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Mercedes Benz Serie W460

G#4 – die Landmaschine

Zufälle passieren und das Leben beschreibt ihre Geschichten. Sankt Martin 2017 spricht mich ein Freund an. „Markus, Du kennst Dich doch mit Mercedes Geländewagen aus.“ Auskennen ist ein so grosses Wort, aber ich bejahe die Frage und bin gespannt wie es weitergeht. Der Onkel der Frau hat einen landwirtschaftlichen Lohnbetrieb, den er nun aus Altersgründen aufgibt. In einer Halle steht ein altes G Modell, dass er 1982 gekauft, bis 1986 betrieblich und bis 2006 privat genutzt hat. Welches Modell, Farbe, Zustand kann er mir nicht sagen. Wohl aber, dass ein Schrotthändler für „alles“ 3000 EUR geboten hat. Das wiederum kommt mir sehr wenig vor und ich bitte darum, mehr Informationen zu beschaffen.

Diese folgen prompt einen Tag später. Ein roter langer 82er 300GD. Fahrgestellnummer 460 333 17 024212, 248.267 km gelaufen. Ausserdem ein Unimog Typ 406 Baujahr 1966 mit 6365 Betriebsstunden. Zum Unimog kann ich nicht viel beitragen, aber der G alleine ist immer viel mehr als 3000 EUR wert, wenn er noch alleine auf 4 Rädern stehen kann. Ich bitte um Fotos, die ich einige Tage später auch bekomme.

300GD Scheune

Man sieht nicht viel, wohl aber, dass er nicht vollends am Ende ist. Mein Interesse ist geweckt. Ich bin mit meinem aktuellen 230G nicht glücklich. Zu viele Pannen und Ausfälle, aber vor allem ist er eben einfach weit entfernt von „Original“. Meine ersten 3 G-Modelle hatten keine bekannte Historie. Das ist hier anders. Ein Fahrzeug vollkommen im Originalzustand aus 1. Hand. Aber es ist ein Diesel! Wer mich kennt, kennt auch meinen Lieblingsspruch zum Thema Diesel: „Wenn ich ein landwirtschaftliches Fahrzeug brauche kaufe ich einen Diesel, sonst nicht.“

Ich erinnere mich zudem an einen Artikel aus der Motor Klassik Ausgabe 9/1999. Dort gibt es die „Kaufberatung Mercedes G-Modell: Starke Diesel sind knapp“ und diese wurde eingeleitet mit dem Satz:

„Grundsätzlich gilt es, zweierlei gebrauchte Mercedes-G zu unterscheiden: Arbeitstiere, die ein hartes Leben hinter sich und viele Reparaturen vor sich haben, und Luxusgeschöpfe, die ihre herrschaftliche Garage nur selten Richtung Abenteuer verlassen haben. Die sollte man kaufen.“

Dieses rote G-Modell ist ein solches Arbeitstier und gewissermassen auch ein landwirtschaftliches Fahrzeug. Die Aussage ist 1999 wahrscheinlich richtig. Heute sehe ich es aber anders. Die Arbeitstiere werden in der Regel gut gewartet. Man verdient damit sein Geld. Der Eigentümer erbrachte Lohnleistungen im Bereich der Landwirtschaft in Form des Einsatzes von speziellen, selbst entwickelten Vollerntemaschinen. Er muss demnach technisch äußerst versiert sein, so mein Gedanke. Der erste G den ich fuhr und der mir das G-Virus verpasst hat, war ein 300GD, wenn auch ein Cabrio. Ich streiche diese zwei Vorbehalte und beschliesse an der Sache dran zu bleiben.

Der Wagen steht viele 100km entfernt zwischen Lüneburg und Hamburg. Nur anhand der Fotos kann und will ich den Wagen nicht taxieren. Im Jahresendgeschäft fehlt mir aber die Zeit mir persönlich ein Bild zu machen. Ausserdem hat es bei den ersten drei G-Modellen auch nichts gebracht, denn ich habe jedes Mal in die braune Masse gegriffen.

Deshalb rufe ich Arno und Nadine vom G-Shop24 an. Die beiden haben schon viel an dem 230G für mich gemacht. Ich vertraue ihnen und erzähle von dem roten G. Der Zufall wieder will es, dass Arno kurze Zeit später auf ein Treffen nördlich von Hamburg fährt und auf dem Weg dorthin den Wagen ansehen kann.

Der Zustand erweist sich als optisch bescheiden, aber substanziell sehr gut. Da der Wagen seit 12 Jahren steht, unternimmt Arno keinen Versuch ihn zu starten oder zu bewegen. Der Rahmen zeigt sich in einem unfassbar guten Zustand. Die Karosserie hat Kampfspuren aber kaum Rost und ist offensichtlich hier und da repariert worden. Dabei ging Funktion und Rostschutz vor Schönheit. Dennoch effektiv, denn der Wagen zeigt keine der üblichen Durchrostungen.

Ich werfe meinen Hut in den Ring und mache ein mir fair erscheinendes Angebot. Es ist ein vielfaches dessen was der Schrotthändler bot, mehr sei dazu nicht geschrieben. Der Verkäufer zögert. Nicht ob des Preises, wohl aber, weil er an dem Wagen hängt. Für mich ein weiteres gutes Zeichen und ich lasse ihm die Zeit, die er braucht. Weihnachten geht vorbei, das neue Jahr kommt und mit ihm am 11. Januar die erlösende Mail. Ich kann den Wagen kaufen.

Wieder schliesse ich mich mit Arno kurz, der den Wagen für mich abholen und bei sich im G-Shop24 restaurieren soll. Was alles zu tun ist wird sich rausstellen. Das Wetter spielt nicht mit und so holt Arno den G erst am 24.02. mit einem geschlossenen Hänger ab.

Abholung 300GD

Der Wagen wurde gewaschen und bekam einen Ölwechsel, denn er soll aus eigener Kraft auf den Hänger fahren können. Das ist dem Verkäufer wichtig und sozusagen sein Abschiedsgeschenk an den G. Der OM617 sprang nach Aussage des Verkäufers beim ersten Dreh des Schlüssels an. Nach 12 Jahren. Respekt.

Als ich den 230G zu Arno bringe, er wird mit all seinen noch immer vorhandenen Baustellen verkauft, schaue ich mir meine Neuerwerbung zum ersten Mal selbst an und sage dem 230er „Adieu“. Ein bisschen Wehmut schwingt mit, denn wir haben als Familie (Gamboree 2017, mehrere Rallyes, Geländefahrschule in Belgien) einiges mit dem Wagen erlebt. Mein Sohn trauert tränenreich und will sich nicht trennen. Wenn man bedenkt wie viel Geld und Zeit in den Wagen geflossen ist, ist es objektiv eine Schande ihn zu verkaufen. Ich werde aber gefühlsmäßig mit den Wagen nicht warm. Autos sind für mich Emotionen und deshalb muß er vom Hof.

Adieu und Willkommen

Der Test der Technik des Neuerwerbs folgt in den nächsten Wochen. Es liegt schon wieder Schnee im Westerwald. Eine komplette Lackierung steht an, soviel steht fest. Selbstverständlich bleibt er rot. Ein paar kleine oberflächliche Rostpickel sind zu entfernen. Die Motorhaube wird wahrscheinlich ersetzt und die Felgen müssen aufgearbeitet werden.

Das Interieur ist vollständig aber knapp 250000 km alt und der Zustand entsprechend. Die Sitze haben ein wenig Schimmel angesetzt und sind auch brüchig. Da ich das Kunstleder nicht mag, werden wir die Sitze vollständig aufarbeiten und mit original MB Karo neu beziehen lassen.

Ich bin gespannt, was dieses Projekt noch für Überraschungen mit sich bringt, freue mich aber riesig und fiebere dem Tag entgegen an dem ich ihn in meiner Garage willkommen heissen kann. Wenn es etwas zu berichten gibt, dann gibt es hier Updates unter dem Tag „300GD“. Aus 230G.de wird nun w460.me und ich habe bald einen Diesel in der Garage.

300GD Erstkontakt

Rallye mit leichtem Motorschaden / Ölfahne / G-Shop24

Donnerstags (Vatertag 2017) hatte ich mich an der ADAC Classic Rheinhessische Schweiz versucht. Die Platzierung war nicht berauschend, dafür habe ich mir einen aktuell noch unbekannten Motorschaden eingefangen. Nach dem Schiebebetrieb verbrennt der Motor Öl. Es gibt einen deutlichen Leistungsverlust. Irgendwas geht doch immer kaputt … Gamboree ruft und die Zeit rennt. Ein kleines Déjà-vu habe ich hier schon. Damals hatte ich den Flecktarn G als Notlösung gekauft, weil wir bei Quadrofaktum ein Offroad Training gebucht hatten und der blaue G nicht zurück kam. Dann stand die MSC Binger Mäuseturm an und wir hatten massive Probleme mit der Zündung.

Am Freitag starte ich eine Anfrage bei Kühne in Simmern, der mir kürzlich den Vergaser und die Zündung perfekt eingestellt hatte. Ich erhalte noch am Freitag eine Antwort welche lautet, dass Ventilschaftdichtungen nicht so ihr Metier sind. Ehrlich, aber jetzt doof für mich. Es kommt noch der Tipp mich mal bei Pusch in Klein-Winternheim zu melden. Pusch ist eine Koryphäe in Sachen Mercedes SL 190 und Flügeltürer und um die Ecke. Ein W460 ist dort so exotisch wie ein Eisbär in Afrika. Aber ich frage dennoch per eMail an. Die Antwort kommt am Montag morgen. Binnen 4 Wochen keine Chance, alles voll. Ich könnte am 13.06. mal vorbei kommen, dann könnte man schauen ob es die Ventilschaftdichtungen, Kolben oder schlimmeres ist. Das bringt mich nur leider nicht weiter, denn gucken heisst nicht reparieren.

Immer wenn ich in Sachen G verzweifelt bin und nicht weiter komme, ich gehe ins 4×4 Forum und Frage die Expertenrunde um Rat. Zwischenzeitlich habe ich auch noch die Website caroobi.com gefunden und Kontakt aufgenommen. Dort bietet man mir nach einem inhaltlich recht kompetenten Gespräch eine komplette Motorüberholung inkl. Abholung, Rücklieferung und mit überholtem Vergaser für 6000 EUR an. Maximal 14 Tage soll es dauern. 2 Jahre Garantie gibt es oben drauf. Als allerletzte Lösung ziehe es in Betracht und hoffe auf weitere Ideen. 

Ich schreibe auch goHermanns an, die mir in sehr guter Erinnerung geblieben sind, als es um meinen 280GE Cabrio ging. Aus dem Forum kamen auch viele Tipps und vor allem der Rat, dass es nur sehr unwahrscheinlich ein so schwerer Motorschaden ist, dass eine vollständige Überholung indiziert sei.

Auch über das Forum komme ich dann an den G-Shop24. Arno bietet mir an, dass er den Wagen irgendwie einschiebt, damit ich auf den Gamboree fahren kann. Der G-Shop24 ist ein auf Mercedes G spezialisierter Betrieb und das Telefonat gibt mir gleich ein gutes Gefühl. Bis zum Gamboree sind es noch 29 Tage. Ich fahre am 28.06. schon los um pünktlich dort zu sein.

Mittwoch den 31.05. bringe ich den Wagen auf eigener Achse nach Niederroßbach zu Arno und Nadine. Die beiden empfangen mich auch noch um 19:40 und ich fühle mich schon wieder gut aufgehoben. Ich erzähle also von dem Wagen, dass ich ihn nicht selbst umgebaut habe, von dem Problem mit der Ölfahne, von dem Problem mit den nassen Füßen bei Regen, von der bescheidenen Lenkung und auch vom Klacken bei Kurvenfahrten mit zugeschaltetem Allrad.

Arno hört es sich an und testet ein wenig herum. Nasse Füße gibt es, weil der Erbauer des Fahrzeuges es nicht so mit Dichtungen hatte. Er hat sie einfach weggelassen. Das Lenkgetriebe scheint vollkommen hinüber, was meinen Eindruck zum Lenkverhalten  zu 100% bestätigt. Die Welle hat Spiel in alle Richtungen. Das Lenkgetriebe muss auch überholt werden. Dann drehen wir eine Runde um das „Klacken“ zu testen. Arne erklärt mir bei der Fahrt im Detail wie es sich mit den homokinetischen Gelenken verhält. Auf einer Schotterpiste angekommen schalten wir den Allrad zu und fahren eine enge Kurve. Es macht „Klack, Klack, Klack, Klack ….“. Das heisst „richtig im Eimer“ und nicht nur ein bisschen. Das Klacken hatten wir schon in Belgien gehört, aber seit dem bin ich nie wieder mit Allrad gefahren. Die Vorderachse muss also auch gemacht werden. Arno zieht ein Gut- und ein Schlechtmuster aus dem Lager und zeigt mir wo die Gelenke verschleissen und was getauscht werden muss.

So nebenbei, die Vorlegewelle im Hauptgetriebe sowie der Synchronring des 3. Gangs sind auch nicht mehr in Ordnung, aber das kann man noch lassen. Ich lege den 3. mit Gefühl ein, dann kracht nix.

Viel Arbeit, wenig Zeit. Der Countdown tickt unbarmherzig runter. Der Auftrag den Motor instand zu setzen, sowie das Lenkgetriebe und die Vorderachse zu überholen ist erteilt. Priorität in der Reihenfolge der Aufzählung. Ich bin gespannt was Arno meldet wenn er die Brocken auf dem Tisch liegen hat. Ich will dieses Jahr nach Ungarn. Komme was will!

Ein bisschen ist schon der Wurm drinnen. Mitte Mai habe ich erst das Projekt R129 erfolgreich beendet. Am Freitag startet das Projekt 17m mit einer ersten Bestandsaufnahme. Ein neues G-Projekt stand gerade gar nicht auf der Agenda. Blöd wenn sich das Schicksal nicht an den Plan hält. Aber so ist das Leben, es hält immer Überraschungen bereit. ?

Update am 06.06.2017:

Arno ( G-Shop24 ) rief gerade an. Der Motor ist raus und zerlegt. Es ist wie befürchtet und damit wird der Motor nun überholt. Die Vorderachse wird auch überholt. Das Lenkgetriebe gegen ein gebrauchtes gutes Teil getauscht. Weil eh gerade alles auseinander ist, ersetzen wir das Getriebe auch gleich durch ein besseres gebrauchtes Getriebe, denn das Alte hält am Ende auch nicht mehr lange. So viel Arbeit und Ersatzteile hinterlassen Spuren in der Kasse. Aber unterm Strich bekomme ich jetzt auch keinen besseren für das Geld. Irgendwann kommt vielleicht der Tag an dem mir eine schöne und gute offene W460 Karosse über den Weg läuft. Dann wird er wieder zivil und der Aufwand neutralisiert sich durch den Wertzuwachs. Ein Bericht, vielleicht auch mit Fotos, zu der Überholung folgt … 

Update am 14.06.2017:

Auf meine Mail mit der Bitte um einen kurzen Status ruft Arno ( G-Shop24 ) an. Es sind noch 14 Tage zum Gamboree. „Der Wagen fährt schon wieder alleine.“ war die erste Info nach dem Hallo. Das freut das Herz. Er ist gerade beim BOSCH Dienst um die Zündung und den Vergaser auf die neuen Kolben einzustellen. Von meinem letzten Besuch bei einem ehemaligen BOSCH Dienst in Simmern bekam ich die Info, die Drosselklappenwelle sei ausgeschlagen. Arno konnte dies zwar nicht bestätigen, hat aber zur Sicherheit ein paar Vergaser mitgegeben. Das Ersatzgetriebe macht nach seiner Aussage ein bisschen Stress. Da muss er nochmals ran. Das Lenkgetriebe hat sich als nicht so schwer beschädigt wie befürchtet gezeigt und konnte repariert werden. Die Vorderachse ist dran sobald der Wagen zurück ist. Die Zeit drängt, denn der Wagen muss auch noch bewegt werden. Nach 1500km müssen die Ventile nachgestellt werden und das wäre in dem Moment in dem ich in Ungarn bin. Also wird Arno den Wagen eine Weile bewegen um dann am Schluss die Ventile nachzustellen und den Kopf nachzuziehen. Auch wenn er dann nur einige hundert Kilometer geschafft hat.

Update am 22.06.2017:

Die Schlussrechnung ist eingetroffen. Der Vergaser musste auch überholt werden. Ein Austausch wäre an der Stelle nicht sinnvoller gewesen. Die alten Stromberg Vergaser sind rar … Die Abholung wird für Montag den 26.06. terminiert, denn nach der kompletten Überholung müssen eigentlich nach 1500km die Ventile eingestellt werden und der Kopf nachgezogen. Also fährt Arno (widerwillig) nun ein paar Kilometer auf den G um den Job noch machen zu können bevor es nach Ungarn geht. 1500km wird er nicht schaffen, aber besser als nix.

Markus Sterk, selbst G-Liebhaber und Schrauber (baut seinen 300GD nach einer Komplettrestauration gerade wieder zusammen), ausserdem Winzer mit leckeren Grauburgundern und Rieslingen, wird mich am Montag zu Arno und Nadine bringen. Das wird ein schöner Abend und ich freue mich meinen G wieder in der Garage zu haben. Gamboree ist in 6 Tagen … Tick Tick Tick …

Update am 26.06.2017:

Knapper hätte es nicht sein können. Am Freitag erreicht mich noch eine Mail, dass der Wagen nachdem der Tank einmal vollständig leer war, sehr viel Dreck im Tank und in der Leitung hat. Kraftstofffilter setzen sich in 1-2 Minuten vollständig zu. Arno spült den Tank mit Benzin und verbraucht dabei viele Kaffeefilter und ersetzt kurzer Hand die komplette Kraftstoffleitung von vorne bis hinten. Lange Rede kurzer Sinn: Ich konnte den Wagen heute abholen und es ist wie ein anderes Auto. Er zieht, er lenkt … 😉 Zu der ganzen Aktion später mehr und wenn ich Bilder bekomme auch mit Details. Jetzt heisst es erstmal: GAMBORREEEEEEEEEEEE !

Dotz Dakar Schwarz mit 265/75R16

Problem:

Wie mir der Verkäufer schon bei der Besichtigung mitteilt, gibt es offensichtlich für die wirklich gut aussehenden BWA Typ 139 Felgen keine Gutachten und/oder eine Betriebserlaubnis für den Mercedes G. Jedenfalls gelingt es mir ebenfalls nicht, Unterlagen dazu aufzutreiben. Auf der Felge gibt es auch keine KBA Nummer.

BWA 139 7N 15H ET23

Lösungsansatz:

Es müssen Felgen her, die eine Zulassung haben.

Ersatzteil:

Die Auswahl an Felgen ist riesig. Eine tolle Zusammenstellung von Felgen, die auf Mercedes G Modellen gesichtet wurden, kann man hier ansehen. DOTZ Dakar, die mein stiller Favorit sind, sind dort nicht vertreten. Vielleicht ändert sich das bald. Für einen G braucht man Felgen mit einem Lochkreis Typ 5/130. Warum auch immer, diese gibt es nicht in schwarz und schwarz müssen sie sein. Ausserdem gibt es sie nur in 7×16. Da ich es mir in den Kopf gesetzt habe die DOTZ Dakar auf dem Tarn G zu fahren, kaufe ich die Felgen in silber und lasse sie schwarz Pulverbeschichten. Meine erste Adresse für diese Arbeiten ist der „Felgencenter Mainz Inh. Herbert Lang„. Kompetent und freundlich. Der Preis stimmt. Die Qualität ist hervorragend. Ein wenig komisch geschaut hat Hr. Lang schon und der Spruch „Wir machen eigentlich keine LKW Reifen.“ musste einfach kommen. Der Transport gestaltete sich auch nicht immer einfach. Die Felgen habe ich als Komplettrad mit TOYO OpenCountry 265/75R16 gekauft. Die Reifen sind neuwertig und so behalte ich sie auch. Heftig ist das Gewicht eines Rades, es bringt 43 kg auf die Waage. Die Reifengröße ist bei meinem Fahrzeug nicht eingetragen. DOTZ hat zwar ein Gutachten online, auch in Verbindung mit 265/75R16, aber es sind diverse Modifikationen vorgesehen (Höherlegung, Spurverbreiterung und Tachoangleichung). Auch im Forum sind die Meinungen, ob es passt und/oder ob die Eintragung ohne grosse Probleme erfolgen wird, ambivalent. Ich probiere es einfach aus.

DOTZ Dakar Toyo 265/75R16

Toyo 265/75R16 auf DOTZ Dakar 7×16 (5/130) © Elliot Bolea

Dann brauche ich natürlich noch die passenden Nabenkappen. Da sind die Originalen von Mercedes Benz meine erste Wahl. Ersatzteilnummer A 461 401 02 25.

Kosten: Felgen, Reifen, Pulverbeschichtung und Nabendeckel (inkl. Transporten und Mehrwertsteuer) = 1465 EUR

Werkzeug:

Radkreuz mit 19er Nuss. Eine Verlängerung als Hebel. Ein Wagenheber und gute Nerven nebst einiges an Kraft in den Armen. Bis ich den Kuhfuss gefunden habe. Ich habe noch einen Schlagschrauber dabei, aber den braucht man nicht wirklich. Eigentlich noch einen Drehmomentschlüssel der bis 180N geht, denn dies ist das vorgegebene Anzugsmoment für die Felgen. Den habe ich aber nicht.

Ausführung:

Wer wie ich noch nie ein Rad bei einem G gewechselt hat, der denkt erstmal darüber nach wie man denn das gute Stück in die Luft bekommt. Klar ist, dass man nicht an der Karosserie, sondern am Rahmen ansetzen muss. Erst denke ich, ich bin schlau und hebe den Wagen am vorderen Differenzial hoch. Da dieses aber nicht mittig ist, ist das eine Rad lange schon in der Luft, das andere aber weit davon entfernt. Diese Methode hebe ich mir für die Hinterräder auf, da sitzt das Differenzial in der Mitte. Die Vorderräder bekomme ich frei, nachdem ich unter Zuhilfenahme einiger Kanthölzer den Wagen am Rahmen hochhebe. Vorher Handbremse ziehen … die Bolzen schon leicht lockern wenn das Rad noch am Boden ist.

Montage DOTZ Dakar

Ich habe am Anfang dieses Textes erwähnt, dass jedes Rad 43kg auf die Waage bringt. Da gestaltet es sich ernsthaft schwierig ohne fremde Hilfe das Rad auf die Nabe zu setzen und zu halten, um die Bolzen einzuschrauben. Nachdem ich mich mit dem linken Vorderrad 40 Minuten abgemüht habe, um das Rad mit reiner Muskelkraft zu zentrieren, fiel mir beim 2. Rad mein Kuhfuss ein, welchen ich fortan als Hebel verwende und das Leben plötzlich leichter ist. Ich brauche ganze 3 Stunden bis alle 4 Räder montiert sind und alles Werkzeug wieder an seinem Platz ist. Auf gehts zur …

Testfahrt:

Als erstes teste ich, ob die Auflagefläche seitlich herausguckt. Dann nämlich könnte ich beim TÜV gleich einpacken. Erwartungsgemäss ist dies aber nicht der Fall. Motor an und raus auf die Strasse. Beim Verlassen der Werkstatt teste ich den vollen Lenkeinschlag nach links. Keine Probleme, wenn auch der Abstand zu einem Bauteil, welches ich gerade nicht benennen kann, recht knapp ist. Kurze Fahrt aus dem Ort heraus, beschleunigen auf 70km/h (war vorher langsam, ist nicht langsamer geworden). Die Messung per GPS zeigt 78km/h an. Das war zu erwarten, das passende Winkelgetriebe für den Tacho habe ich schon bestellt. Nun teste ich beim Abbiegen in einen Feldweg den vollen Lenkeinschlag nach rechts. Auch kein Problem, kein Rubbeln, kein Schaben. Da dort ein wenig Platz ist, fahre ich noch ein paar Kreise mit vollem Lenkeinschlag links herum und ein paar rechts herum. Vorwärts und rückwärts. Kein negativer Befund. Ich finde es sieht richtig gut aus.

Testfahrt mit DOTZ DakarDOTZ Dakar Black with TOYO OpenCountry 265/75R16 on a 1980s Mercedes G-Class W460

ToDo:

Das Winkelgetriebe muss getauscht werden, denn der Tacho geht jetzt stark nach. Vielleicht passe ich doch den Lenkeinschlag noch leicht an. Die Rad-/Reifenkombination muss vom TÜV noch eingetragen werden.

Der Wagen stinkt immer noch nach Benzin …

Problem:

Heute morgen bin ich mal wieder mit dem G zur Arbeit gefahren. Kaum war ich im Büro, kommt auch schon ein Kollege und fragt ob denn mit meinem Auto etwas nicht stimme, denn es würde nach Benzin riechen. Mir fiel das zwar auch schon auf der Fahrt auf, aber ich hatte vor zwei Wochen einen Kraftstoffschlauch am Tank gewechselt und dachte es läge noch daran.

Zur Mittagspause bin ich am Auto vorbei gelaufen und es stank nicht mehr.

Alles gut, vielleicht ist er nur ein ein bisschen zu fett eingestellt.

Dachte ich, und nicht weiter. Nachmittags rief dann meine Sternenwarte an und überbrachte die Kunde, dass meine Navigations Update DVD (anderes Auto) eingetroffen sei. Also etwas früher weg aus dem Büro, denn um 1800 Uhr schliesst die Ersatzteiltheke.

Des Weges entsteht wieder dieser beissende Benzingeruch im Auto. Auf dem Parkplatz meiner MB NL schleiche ich mit angestrengter Schnüffelnase um das Auto herum und identifiziere die Quelle des Gestanks im Maschinenraum. Deckel auf. Am Vergaser ist es nass. Unten am Rahmen / der Motoraufnahme ist eine Pfütze:

Tja, so schlecht sieht der Schlauch gar nicht aus. Vielleicht ein Marder-Tier … ?  So kann ich meine Fahrt nicht guten Gewissens fortsetzen. Es ist kurz vor 18 Uhr, also schnell los.

Ersatzteil:

Kraftstoffschlauch, MA115 078 07 81 (10,00 EUR + MwSt)

Werkzeug:

Da ich nix dabei habe, muss mein Victorinox Cyber Tool es richten.

Cyber Tool Allzweckwaffe

Ausführung:

Die Sache ist schnell passiert. Zwei Schellen sind aufzudrehen. Den alten Schlauch vom Vergaser und vom Filter abziehen. Der neue Schlauch hat zwei unterschiedliche Innendurchmesser. Die Seite mit dem größeren Radius kommt an den Filter. Dann passend am anderen Ende abscheiden und die Seite mit dem kleineren Durchmesser am Vergaser aufschieben. Den Schlauch ordentlich verlegen und anschliessend die Schellen wieder fest ziehen.

Spiegel klappt an

Problem:

Beide Spiegel verstellen sich massiv, wenn man die Tür schliesst. Sie „schwenken“ dann in Richtung Tür und man muss sie wieder einstellen. So sieht der Spiegel aus.

Spiegel W460

 

Lösungsansatz 1:

Die Schraube so fest es gerade noch geht anziehen.

Lösungsansatz 2:

Den Stab an der Stelle an der die Schelle sitzt unterfüttern.

Ersatzteil:

Nix, ein bisschen Panzertape.

Werkzeug:

10er Schlüssel.

Ausführung:

Ansatz 1 habe ich probiert. Das hilft leider nicht. Jedenfalls nicht bei. Also „goto“ Ansatz 2.

Erst habe ich es mit ein bisschen Aluminiumfolie probiert. Das hat genau einmal gehalten, und dann labberte der Spiegel wieder. Ein Tipp aus dem 4×4 Forum brachte mich dann auf den Plan es mit Textilklebeband zu probieren. Ich hatte das zwar auch schon kurz erwogen, aber dann wieder verworfen, denn es erschien mir zu viel aufzutragen.

Es ist ein „G“ … also darf ich wohl nicht so zimperlich. Panzertape. Erst habe ich bei angeschraubtem und eingestelltem Spiegel mit ein wenig Isolierband unterhalb der Schelle die Linie markiert.

Spiegel Halter abgeklebt.

 

Anschliessend habe ich eine Wicklung Panzerband angebracht.

Panzerband

Dann noch die Schelle etwas aufgezogen und wieder auf den Stift gesetzt. Überstehendes Panzerband abgeschnitten und das Isolierband wieder entfernt. Spiegel angeschraubt.

IMG_5317

Drei, fünf, zwölf Mal die Tür auf und zu gemacht und der Spiegel hält. Die Prozedur habe ich dann auf der Beifahrerseite gleich noch wiederholt. In diesem Zuge habe ich auch gleich den Pfusch des Vorbesitzers korrigiert und wieder eine Schlossschraube eingesetzt.

 

 

Klappkonsole ersetzen

Problem:

Der Fahrersitz ist schief. Er fällt leicht nach hinten rechts ab. Das sieht komisch aus und ausserdem sitzt es sich irgendwie „krumm“. Es hat mich lange nicht wirklich gestört, es kommt immer der Tag an dem es dann doch reicht. Man(n) kennt das…

Also schraube ich den Recaro Rodeo Sitz auf der Fahrerseite ab. Da es sich dabei um einen Sitz mit Höhenverstellung handelt ist das ganz leicht und schnell passiert. Vier Schrauben an den vier Rohren und ich hatte den Sitz in der Hand. Dabei sah ich dann auch gleich warum der Sitz schief stand. Die Sitzkonsole ist hinten rechts angebrochen und das Recaro Gestänge darunter ist verbogen.

Klappkonsole Fahrersitz defekt 1

Klappkonsole Fahrersitz defekt 3

 

Da ich nicht schweissen kann, und gerade auch niemand zur Hand der es kann, versuche ich alles erstmal wieder zusammen zu bauen um eine neue Klappkonsole zu besorgen. Beim Zusammenbau schaffe ich es nur noch auf 3 Schrauben, ich kann irgendwie den Sitz nicht mehr ganz festschrauben. Macht nix, wackelt nur ein bisschen.

Lösung:

Klappkonsole schweissen lassen und/oder austauschen. Recaro Verbreiterung wieder gerade biegen.

Ersatzteil:

Eine neue Klappkonsole kostet ca. 500 EUR und das war es mir dann doch nicht wert. Daher besorge ich eine bei eBay und lasse sie kurzerhand aufarbeiten.

Werkzeug:

Steck-, Gabel-, Imbusschlüsselsatz, Hammer, zwei Kanthölzer

Ausführung:

Nachdem die gebrauche Klappkonsole vom Rost befreit wurde und in neuem Schwarz erstrahlt, mache ich mich erneut an den Ausbau. Mein guter Freund Stefan aus Gymnich ist zufällig zu Besuch, handwerklich sehr geschickt und voller Tatendrang. Wir demontierend den Sitz, den Aufsatz von Recaro und am Ende die Klappkonsole. Das geht sehr einfach von der Hand, die Schrauben der Klappkonsole lassen sich gut öffnen. Es kann sein, bei mir war es eine von vier, dass die Schrauben mit einer normalen Mutter unter dem Wagen gehalten werden. In dem Falle muss man mit dem Schraubenschlüssel unten kontern. Eigentlich sind die Muttern unten angeschweisst.

Nun bauen wir die neue Klappkonsole wieder ein. Die Löcher passen natürlich. Wir nehmen neue Schrauben und Unterlegscheiben, auch wenn ich leider keine gelb chromatierten bekomme habe.

Klappkonsole Aufgearbeitet Eingebaut

 

Nun übernimmt Stefan das „gerade“ machen des Recaro Aufsatzes. Dazu legt er das Gestänge mit dem Bogen nach oben auf einen Teil des Kantholzes. Das 2. Kantholz wird als Puffer verwendet und wird auf den Teil gehalten, der später gerade sein soll. Dann mit dem Hammer (500g) ein paar harte Schläge auf das Holz und nach kurzer Zeit ist es doch wieder recht gerade.

Beim Einbau fällt Stefan dann auf, dass es von der Lastabstützung nicht optimal aufbaut ist. Da ist der Maschinenbauer dem Informatiker einfach voraus. Er schlägt vor, den Aufsatz einfach nach vorne zu rücken. Dadurch wird die Last nicht so weit nach hinten getragen und der Hebel wird kürzer. Nachteil ist, dass ich dann den Sitz nicht mehr nach vorne klappen kann ohne ein Loch in den Getriebetunnel zu schlagen. Aber da das so oder so kaum ging, versetzen wir den Aufsatz. Die Löcher waren schon da.

Klappsitzkonsole mit Recaro Rodeo Aufsatz

Anschliessend kommt der Sitz wieder drauf. Wie nehmen das unterste Loch der Höhenverstellung. Nach einigem Gefummel, die letzte Schraube war wieder nicht leicht, haben wir es mit vereinten Kräften geschafft. Der Sitz ist wieder fest, gerade und es sitzt sich irgendwie viel besser als vorher.

Nachlese:

Ich werde noch versuchen statt der glänzenden Imbusschrauben die wir für den Sitz an der Recaro Halterung verwendet haben ein paar ganz flache, schwarz beschichtete Schrauben zu bekommen. Sieht vielleicht mehr Oldtimer like aus …

Dein Auto tropft …

Problem:

Das Wetter ist toll, die Sonne scheint. Der G steht vor der Tür und nicht in der Scheune. Das Verdeck ist ab und wir beschliessen ein Eis essen zu gehen. Ein Teil schwingt sich auf das Fahrrad und ich nutze die Chance und nehme den G. Da ich trotz magerer 90 PS schneller sein werde, fahre ich zur Tankstelle. Einmal voll …

Schon auf dem Weg zurück von der Kasse sah ich ein paar Tropfen unter dem Auto auf der Höhe der Hinterachse. Ich dachte natürlich, ich hätte mal wieder zu viel getankt. Da kommt das dann mal vor, dass etwas aus dem Überlauf läuft.

An der Eisdiele angekommen tropft es immer noch … es tropft. Stefan, ein guter Freund und ausserdem Diplom Schrauber, ist auch mit an der Eisdiele. Er ist schneller unter dem Wagen als ich und sieht, dass am Tank ein Schlauch undicht scheint.

Nachdem das Eis gegessen war, mache ich mich auf den Heimweg, hole Werkzeug und robbe unter das Auto.

Nur mal gucken, und schauen woher es genau kommt…

Jedenfalls war dies der Plan. Als ich das Problem kurzerhand vor Augen hatte,

Kraftstoffleitung undicht montiert

drückte und zog ich leicht um den Bruchteil einer Sekunde später in Eau de Super 95 E5 zu duschen. Dabei sei angemerkt, Benzin brennt wie Hölle in den Augen.

Daumen drauf und nach meiner Frau gebrüllt, die auch sehr schnell da war. Nun konnte ich nicht einfach den Daumen loslassen. Dann wäre noch mehr Benzin ausgelaufen. Nele hat schnell eine Lösung zur Hand, clever meine Kleine.

Korken1

 

Dank des Korkens konnte ich dann erst meine Augen ausspülen und anschliessend durchatmen. Der Schlauch war definitiv im Eimer.

Kraftstoffschlauch Anschluss Tank

Man kann deutlich die Risse erkennen. Ich natürlich keinen Ersatz und mit dem Korken auf dem Tank kann ich nicht fahren! Kurzerhand schicke ich meine Frau zu unserem Nachbarn Volker. Selber Benzin im Blut und auch noch Diplom Schrauber in der Entwicklung bei Opel. Wenn einer einen Kraftstoffschlauch in der Garage hat, dann er … und er hat.

Ersatzteil:

Kraftstoffschlauch mit Gartenschlauch gekreuzt, ein paar Schellen und A4614760226. (Danke an DaPo und das 4×4 Forum!) Den passenden Originalschlauch hatte meine Sternenwarte nicht gefunden, wegen der Umrüstung auf einen Kunststofftank nehme ich an, denn das Teil stammt nicht aus einem W460 sondern aus einem W461 …

Mercedes Benz PN A4614760226 Schlauch

Werkzeug:

Schraubendreher, Kombizange

Ausführung:

Volker hat also tatsächlich noch einen Kraftstoffschlauch als Meterware. Dummerweise passt der nur auf ein Ende. Am anderen Ende ist der Anschluss zu dick. Volker ist kreativ und kreuzt ein Stück Gartenschlauch mit dem Rest. Am Ende haben wir ein prima Provisorium das sogar dicht ist.

P7263604

Um die Auflösungsdauer des nicht kraftstofffesten Gartenschlauches zu testen, lege ich gleich ein Stück in Benzin ein.

Gartenschlauch Kraftstofffest Test

Nach ein paar Tagen und meinem schon erwähnten Hilferuf im 4×4 Forum, hatte ich dann den richtigen Schlauch und konnte das Provisorium ersetzen. Nun ist alles wieder dicht.

 

Nachlese

Der Gartenschlauch ist in der Tat nicht kraftstofffest, aber dieser Typ hier war widerstandsfähiger als erwartet. Nach 4 Wochen erst sah man innen am Gummi leichte Auflösungserscheinungen.

Sitzkonsolenaufbereitung

Es ist vollbracht, meine bei eBay bei G-ologe ersteigerte Sitzkonsole ist rostfrei und erstrahlt in neuem Glanz dank meines betrieblichen Nachbarn hier in Mainz. Unter dem Label XTerra baut das Karosseriebau und Lackiererei Unternehmen Fischer in Mainz schon viele Jahre 4×4 und 8×8 angetriebene Expeditionsfahrzeuge.

VorherKlapp Sitzkonsole W460 Offen

NachherKlapp Sitzkonsole W460 Offen

Nun kann ich mich endlich an die Arbeit machen und den Sitz ausbauen, das Recaro Rodeo Untergestell wieder in Form dengeln und alles auf der aufgearbeiteten Sitzkonsole wieder aufbauen. In der Hoffnung, dann einen geraden Sitz zu haben, der nicht mehr wackelt. Details werden in der Rubrik „G-Schraubt“ zu finden sein, wenn es vollbracht ist.

Update 06. August: Klappkonsole ersetzen

Angekommen

Kilometerzaehler

Am Freitag den 1. August 2014 ist es soweit. Ich habe schon nach einem halben Tag im Büro ein schönes Wochenende gewünscht und eile nach Hause. Dort warten mein Sohn und sein Opa schon auf mich. Alle „brennen“ darauf endlich den Weg nach Gotha anzutreten. Ich hatte Montag zuvor den Wagen schon angemeldet und die Schilder per Paketdienst voraus geschickt.

Ausserdem habe ich am Donnertag eine grosse Blechkiste im Baumarkt besorgt und einen Verbandskasten, ein Warndreieck und vier Warnwesten darin deponiert. Irgendwo muss das Zeug ja hin und in meiner Erinnerung gab es keine Klappen und Staufächer wie das in den heutigen Autos üblich wäre. Die Kiste bekommt unten ein paar Gummifüsse und oben einen Aufkleber mit dem Hinweis, dass sich hier der Verbandskasten befindet. Weil ich es ziemlich cool finde, dass man für schlappe 2,95 EUR einen eigenen Schriftzug als Aufkleber bekommen kann, kommt gleich noch ein Hinweis, zu welchem Auto diese Kiste gehört, dazu. Lediglich die Farbe der Box ist ein wenig … grenzwertig. Aber Knallrot fällt auf, also erfüllt sie ihren Zweck. Wenn ich noch ein original Bordwerkzeug Set finde, soll es ebenfalls in die Kiste und wenn dann noch Platz ist, kommt noch ein Abschleppseil dazu.

KISTE

Nun ja, auch so war die Kiste jetzt schon nicht mehr federleicht und ein wenig sperrig, aber wir fahren ja nur mit drei Zügen und das sollte doch kein Problem sein. Auch wenn einige Wasserflaschen und etwas Wegzehrung ihren Platz darin fanden.

Die Tickets hatte ich schon lange gebucht und so fuhren wir zu dritt mit der Deutschen Bahn von Gau-Algesheim nach Gotha. Ich muss gestehen, nicht der Bahnprofi zu sein. Ich fliege lieber und Bahn fahren ist mir immer ein wenig ein Graus. So habe ich für die Fahrt von Gau-Algesheim nach Mainz (1. Zwischenstation) nicht nachgesehen von welchem Gleis der Zug abgeht. Bei drei Gleisen ist das alles auch recht übersichtlich. Nun, auf Gleis 3. steht was von Richtung Mainz, also bewegen wir uns dort hin, ein wenig beeilt, denn wir sind knapp dran.

Während wir so da stehen, kommt auf Gleis 1 der Zug nach Mainz, den wir hätten nehmen sollen. Ein IC, der den nächsten Halt in Mainz hat. Eine Minute später kommt die Regionalbahn nach Mainz auf Gleis 3. Der hält an jedem Briefkasten und braucht knapp 10 Minuten länger als der von Gleis 1. Der Anschlusszug nach Frankfurt fährt aber nach Plan 7 Minuten nach des Eintreffen des ICs von Gleis 1. Kurzum … die Reise beginnt mit ein wenig Stress. Sohnemann den Tränen nah, Opa entspannt und Papa sauer auf sich selbst, weil er nicht vorher nachgesehen hat. An jedem Bahnhof an dem wir halten, mag man laut die Leute zur Eile ermahnen.

Die Regionalbahn ist zwei Minuten zu früh und der Zug nach Frankfurt zwei Minuten zu spät. Wir eilen auf dem Mainzer Hauptbahnhof von Gleis 4 auf Gleis 5 und können direkt einsteigen. Am Fernbahnhof des Frankfurter Flughafens steht auch schon der ICE nach Leipzig, der uns bis nach Gotha bringt. Ich komme mit den Wagennummern und dem Wagenstandsanzeiger nicht zurecht. Oder aber der stand an dem Tag anders als auf dem Plan. Jedenfalls sind das zwei ICEs aneinander gekoppelt und wir steigen ganz hinten ein, weil es nach Plan so sein soll.

Im Zug ist dann aber schnell klar, dass unsere Plätze am anderen Ende des Zuges sind. Weil mein Sohn aber panische Angst hat, dass der Zug ohne uns abfahren könnte, gehen wir den kompletten Zug, mit der Kiste im Arm, von hinten bis zur Ankopplung des weiteren Zuges, unter Protest kurz raus und wieder rein und dann weiter bis zum Anfang des Zuges, wo unser Abteil ist. Nass und leicht gereizt setzen wir uns und schon nach wenigen Minuten geht es los.

Mal abgesehen davon, dass man im Zug wirklich nur selten Empfang mit dem Mobiltelefon hat und Surfen oder Mail lesen nur sporadisch gehen (der Hotspot ist auch nicht zuverlässig), verlief die weitere Zugfahrt vollkommen entspannt und nach knappen 2 Stunden steigen wir in Gotha aus.

Zur GFG sind es nur wenige hundert Meter die Strasse runter und dann links. Noch immer mit der Kiste im Arm (die auch durch den Verbrauch von Wasserflaschen und Wegzehrung nicht merklich leichter wurde) erreichen wir unser Ziel gegen 16 Uhr.

Der G lacht uns schon von weitem an. Strahlt in lapisblau Metallic und sieht auf den ersten und zweiten Blick gut aus. Wir treffen den GF der GFG und bekommen die Schlüssel.

Ferospektion

Der Blick auf den Kilometerstandanzeiger sagt 45851 Km. Legen wir noch 100000 drauf und dann wird das stimmen. Wir klettern rein, drunter, drauf und inspizieren den G von allen Seiten. Die BBS Felgen sind drauf, das Verdeck sieht noch ganz gut aus, die Sitze sind toll geworden. Es gibt hinten zwei Beckengurte. Die Kupplung ist dran. Der Motor springt auf Anhieb an. Alles sieht gut aus, bis auf den Lack.

Bei näherer Betrachtung fallen mir als erstes einige grosse Nasen auf der Motorhaube und an der hinteren rechten Flanke auf. Unschön. Dann sehe ich an den Türbändern, daß dort nicht sauber gearbeitet wurde und wenn die Fahrertür ganz geöffnet wird, schabt sich ein Stückchen Lack an der Tür ab. Sehr unschön. Kollege Wiesel, nicht minder sauer, möchte den Wagen am liebsten direkt zum Lackierer zurück bringen, aber ich will ihn jetzt mitnehmen. Ergo vereinbaren wir, dass ich ein anderes Türband geschickt bekomme und ich nehme den Farbrest mit. Gegenüber meiner Arbeitsstelle ist ein Lackierer und Karosseriebauer, der wird mir das richten. So der Plan.

Wir suchen und finden nicht den Hebel zum Öffnen des Verdecks, der mal im Handschuhfach des 280GE lag. Daniel wird ihn mit dem Türband nachsenden. Die Karosse des 280GE steht schon auf dem Platz zur Abfahrt zum Altmetall und der Rahmen nebst Motor und Kleinteile erfreuen sich eines trockenem Plätzchens in der Halle.

Nicht zuletzt wegen der erheblichen Mehrarbeiten („3 Wochen geschweisst“) entschliesse ich mich die Reste des 280GE zu einem kleinen Preis an die GFG zu verkaufen. Ich habe keine weitere Verwendung dafür und auch keine Lust mich selbst um den Verkauf der Teile zu kümmern. Ich denke mein Angebot war gut, denn wir werden uns ohne Handeln sofort einig.

Kurz und knackig entern wir den G und los geht’s, zur Tankstelle. 96l sollen in den neuen Tank aus Kunststoff passen. Die Tanknadel ist von Reserve noch entfernt und ein Licht ist auch nicht an. Ich tanke voll und denke mir auch nichts dabei, dass knapp 91l Super in den G laufen. Erst als ich noch Ventilreiniger hole und vom bezahlen zurück komme, sehe ich das Problem deutlich. Der G steht in einer grossen Pfütze Super 95.

Mein erster Gedanke, der Tank leckt. Der Tankstellenbetreiber bleibt entspannt, die Umwelt habe ich leider ein wenig angestrengt, aber passiert ist dann zum Glück weiter nichts. Es lief auch nichts weiter nach. Aber dennoch, ich rufe natürlich gleich an, denn wenn der Tank leckt, kann ich damit nicht fahren. Die Kenner werden die Pointe schon erahnen … natürlich ist der Tank nicht undicht, sondern ich habe immer fleissig weiter getankt und dabei wiederholt die Abschaltung der Zapfpistole überschrieben. Damit läuft dann freundlich das Benzin über den Überlauf raus. Anfängerfehler. Nach kurzem Check bei der GFG, ob es das auch wirklich war, treten wir ein weiteres Mal den Weg zurück nach Appenheim an. Noch schnell ein Gruppenfoto und schon geht es los.

Abholung GFG

Ich bin überrascht wie gut der Wagen unten herum von der Stelle kommt. Auch wenn die ersten drei Gänge schon bei 50 km/h nicht mehr gebraucht werden, kommt einem der 4 Gang wie eine kleine Automatik vor. Die Bremsen meines W212 gewohnt, muss ich mich hier umstellen. Man muss schon ordentlich Kraft aufwenden und es dauert auch einiges länger bis die knapp 2t verzögern. Er fährt sich aber dennoch sehr ordentlich.

Kaum auf der Autobahn angekommen probieren wir bei dann bei warmen Motor mal aus welche Geschwindigkeit denn für die Reise opportun ist. Wo sich also die Kurven des Lärmpegels und der Geschwindigkeit so überschneiden, dass es für alle Insassen erträglich ist. Wir kommen auf knapp 95 km/h. Wobei ab 80 km/h die Verdeckleiste auf dem Scheibenrahmen fürchterlich anfängt zu quietschen. Mit ein wenig Druck auf die Leiste von innen, und im Anschluss mit einem kleinen gefaltetem Papierchen zwischen der Leiste und Scheibenrahmen, hört man nur noch das Verdeck schlagen und den Motor brummen. So soll es sein, der Sonne entgegen. Wir brauchen knapp 4h bis wir glücklich und müde in Appenheim ankommen.

Aus 8 mach 3 und ein E fallen lassen

September 2013 und es kommt Land in Sicht. Nach nun mehr 14 Monaten, nach denen ich den 280GE gekauft hatte, schien es Hoffnung auf ein Happy End zu geben. Ich hatte ein langes Telefonat mit dem Geschäftsführer der GFG und sendete anschliessend eine noch längere eMail mit den Erkenntnissen die bis dahin vorlagen. Es wurden doch von Tag zu Tag mehr, denn Herrmanns hatte ihn schon teilweise zerlegt und schaurige Sachen gefunden.

Aus der Ferne kamen wir schon zu der Erkenntnis, dass es unter Umständen eine Lösung innerhalb des Budgets gibt, wenn man keinen Neuwagen erwartet. Den erwartete ich nicht, wollte ich ja nicht damit auf irgendwelchen Wettbewerben für den am originalsten und vollständigsten Mercedes G antreten. Meine Anforderungen an die Arbeit fasste ich im Schlusssatz meiner Mail zusammen und ich denke damit ist klar wo die Reise hingeht.

„Mein Ziel ist es ein H-Kennzeichen zu bekommen und einen Wagen zu haben den man auch im Alltag bewegen kann. Ich will kein Auto mit dem ich an Schönheits-Wettbewerben teilnehmen kann, es soll aber ein ziviler W460 bleiben. Er muss sicher sein und ich will nicht alle 3-4 Jahre mit Blecharbeiten konfrontiert werden. Der Wagen wird nur zum “Spass” bewegt und dient als Drittwagen oder wenn die Wetterverhältnisse wirklich einen Allrad erfordern sollten.“

Der G-Agent aus Gotha war mir auf Anhieb sympathisch und wir vereinbarten, dass der G aus dem Schwabenland per Anhänger nach Thüringen kommt. Das passierte dann auch direkt Anfang Oktober.

Nach dem Eintreffen des 280GE in Gotha gab es dann, ob des sehr schlechten Zustandes, erst einmal einen Dämpfer. Das Budget war schnell wieder erreicht, leider ohne Zieldurchfahrt. Eine Chance gab es aber noch. Wenn man einen kurzen G Cabrio mit einer einigermassen intakten Karosse findet, zu einem annehmbaren Preis, dann kann es funktionieren.

Am 07. November erreichte mich dann die Nachricht, dass er einen Spender gefunden und gekauft hat. Einen roten 230G …

Spender

Dann war erst mal eine Weile arbeitsame Funkstille. Anfang 2014 vereinbarten wir einen Termin für Rosenmontag in Gotha zur Besichtigung der Baustelle und um dem Projekt ein wenig Schwung zu verleihen.

Angekommen, hat mich die GFG mit den laufenden Projekten in der Werkstatt und dem Bestand in der „Halle“ beeindruckt. Ich fühle mich gut aufgehoben.

Auf dem Weg durch das Lager zu meinem 280GE, eröffnet mir der Kollege, dass er den gekauften 230G nun doch nicht als Spender verwenden möchte. Die Gründe sind schnell erklärt und nachvollziehbar. Baujahr 1979, EZ 02.01.1980. Rahmen, Motor und Getriebe sind noch original. „Matching Numbers“ nennt man das wohl. Der 230G ist einfach zu Schade um als Spender zu enden. (FIN WDB46021017001336)

In seiner Aussage impliziert war eindeutig die Aufforderung zu einer Entscheidung an mich adressiert. War ich willig von dem „Topmodell“ des W460 auf das kleinste und älteste Benziner Modell zu wechseln? Der 2 Zylinder und 66 PS weiter weg ist, von den erhofften 8 Zylindern und 1000 PS, als der 280GE . Dennoch war meine Entscheidung schnell gefällt. Wir drehen Empfänger und Spender um. So wurde der 280GE zum Spender und der 230G zum Empfänger. Das Projekt wird umbenannt.

Wir trennten uns mit dem Ziel noch diese Woche ein verbindliches Angebot auf dem Tisch zu haben. Am darauf folgenden Mittwoch kam per eMail das Angebot und es war sogar noch (Tusch!) knapp unter dem Budget. Enthalten sind:

  • ein GFG(A) 230G Cabrio
  • Demontage der Fahrzeuge und Vorbereitung (entfernen Rost ggf. Schweißen) zur Lackierung
  • Lackierung in Wunschfarbe der Karosse
  • Montage des Fahrzeuges
  • Umsetzen der AHK mit Elektrik
  • Sitze mit groß Karo neu beziehen (Sitzfläche)
  • Hohlraumkonservierung Mike Sander ́s
  • Bremsleitungen ern.
  • Krafstoffleitungen ern. mit Pumpen
  • Fahrzeug umbauen für klapp. Verdeck
  • alle Öle und Flüssigkeiten mit Filtern wechseln
  • Achsen abschmieren

Der Auftrag wird umgehend erteilt und wir einigen uns auf eine Fertigstellung im Juni/Juli 2014. Der 280GE spendet das Gestühl, das Faltverdeck und den Doppelkupplungsblock. Ausserdem alles was sonst noch brauchbar/besser ist als beim 230er. Die WARN Winde und den Bullenfänger verrechnen wir gleich, ich will sie nicht mehr am Auto haben. Auch das Hardtop des 230G brauche ich nicht und stelle es der GFG zur freien Verfügung.

Die Vorfreude wächst und es geht auch recht schnell los. Ende März sind beide Gs schon teilweise zerlegt.

Chassis 280GE

280GE Karosse

230G Partial

Teilzerlegter 230G

 

 

 

 

 

Aber jetzt kommt auch hier eine Hiobs Botschaft. Das Blech des 230G ist doch nicht so gut wie es schien. Unter der Farbe kommt Spachtel statt Metall zum Vorschein. Die GFG steht jedoch zum Angebot. Nach Aussage des GF wurde einiges an Arbeitszeit („drei Wochen geschweisst“) investiert um die Karosserie in Schuss zu bringen.

Keine 8 Wochen später kamen schon neue Meldungen, der Lackierer hat sein Werk vollbracht und aus dem Rot ein Lapisblau metallic gemacht. Ja, die Farbe gab es 79 nicht, aber das Weizengelb geht leider gar nicht an meinem Auto. Ein Klappverdeck gab es 79 auch noch nicht, und es wird trotzdem umgebaut. (Siehe Ziel weiter oben im Text.)

230 new Paint

230G Lapisblau metallic

230G new Paint

230G Lapisblau metallic

 

 

 

 

 

 

Man sieht, der Rahmen wurde hier nicht von der Karosserie getrennt. Ein Zugeständnis an das Budget. Ich hoffe ich werde es nicht bereuen. Zwei Wochen später sieht er schon wieder wie ein G aus.

Die Felgen des 230er gefallen mir nicht und ich komme auch noch auf die Idee, dass der originale Tank und der Auspuff gleich zu ersetzen sind, wenn wir schon dabei sind. Damit kommen wir dann zwar knapp über das Budget, aber ganz so scharf habe ich die Abgrenzung so oder so nicht gesehen.

230G in Arbeit

230G in Arbeit

230G in Arbeit

230G in Arbeit

 

 

 

 

 

Am 15. Juli, also in der Zeit und fast im Budget, kommt er zum TüV, leider auch noch mal kurz zum Lackierer. Anschliessend noch eine Hohlraumkonservierung und dann ist der G (bis auf die Felgen) zur Abholung bereit. Die Papiere kommen per Post, der Wagen wird angemeldet.

230G fast fertig

230G fast fertig

230G fast fertig

230G fast fertig

Wir machen einen Termin für den 01. August. Es soll ein Familienausflug werden. Opa, Papa und Sohn wollen mit dem Zug anreisen. Das wird ein Spass …