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Der Custom G muss gehen …

unser Weg zusammen war nicht sehr lang. Es wurde viel Geld und Zeit investiert und es gab einige Höhen und viele Täler. Als ich dieses Jahr G#4 erwerben konnte war klar, dass der Tag kommt. Bei der Durchsicht im G-Shop24 stellt sich dann noch raus, dass das hintere Rahmenrohr ersetzt werden muss. Damit liegt der „Verlust“ an Geld im fünfstelligen Bereich, von Zeit und Nerven sprechen wir erst gar nicht. Ich hoffe es findet sich jemand der ihm mehr schätzt als ich es tat. Die „Notlösung“ hat immerhin 2 Jahre auch Freude gebracht. 

Oberehe Klassik 2017 - WP Rundkurs

Wer einen originalen Oldtimer sucht wird hier nicht fündig. Wer einen geilen Headturner haben will, der im Gelände was kann und sonst laut, langsam und archaisch ist, ist hier richtig. Der Wagen wird über den G-Shop24 verkauft und der Erlös geht in das neue Projekt. Ein Exposé gibt es hier. Eine Menge Geschichten zu dem Wagen gibt es in diesem Blog. Der Wagen hat unter anderem beim Gamboree 2017 den Preis für den ältesten teilnehmenden G bekommen und an vielen Oldtimer Rallyes teilgenommen … 

Rallye mit leichtem Motorschaden / Ölfahne / G-Shop24

Donnerstags (Vatertag 2017) hatte ich mich an der ADAC Classic Rheinhessische Schweiz versucht. Die Platzierung war nicht berauschend, dafür habe ich mir einen aktuell noch unbekannten Motorschaden eingefangen. Nach dem Schiebebetrieb verbrennt der Motor Öl. Es gibt einen deutlichen Leistungsverlust. Irgendwas geht doch immer kaputt … Gamboree ruft und die Zeit rennt. Ein kleines Déjà-vu habe ich hier schon. Damals hatte ich den Flecktarn G als Notlösung gekauft, weil wir bei Quadrofaktum ein Offroad Training gebucht hatten und der blaue G nicht zurück kam. Dann stand die MSC Binger Mäuseturm an und wir hatten massive Probleme mit der Zündung.

Am Freitag starte ich eine Anfrage bei Kühne in Simmern, der mir kürzlich den Vergaser und die Zündung perfekt eingestellt hatte. Ich erhalte noch am Freitag eine Antwort welche lautet, dass Ventilschaftdichtungen nicht so ihr Metier sind. Ehrlich, aber jetzt doof für mich. Es kommt noch der Tipp mich mal bei Pusch in Klein-Winternheim zu melden. Pusch ist eine Koryphäe in Sachen Mercedes SL 190 und Flügeltürer und um die Ecke. Ein W460 ist dort so exotisch wie ein Eisbär in Afrika. Aber ich frage dennoch per eMail an. Die Antwort kommt am Montag morgen. Binnen 4 Wochen keine Chance, alles voll. Ich könnte am 13.06. mal vorbei kommen, dann könnte man schauen ob es die Ventilschaftdichtungen, Kolben oder schlimmeres ist. Das bringt mich nur leider nicht weiter, denn gucken heisst nicht reparieren.

Immer wenn ich in Sachen G verzweifelt bin und nicht weiter komme, ich gehe ins 4×4 Forum und Frage die Expertenrunde um Rat. Zwischenzeitlich habe ich auch noch die Website caroobi.com gefunden und Kontakt aufgenommen. Dort bietet man mir nach einem inhaltlich recht kompetenten Gespräch eine komplette Motorüberholung inkl. Abholung, Rücklieferung und mit überholtem Vergaser für 6000 EUR an. Maximal 14 Tage soll es dauern. 2 Jahre Garantie gibt es oben drauf. Als allerletzte Lösung ziehe es in Betracht und hoffe auf weitere Ideen. 

Ich schreibe auch goHermanns an, die mir in sehr guter Erinnerung geblieben sind, als es um meinen 280GE Cabrio ging. Aus dem Forum kamen auch viele Tipps und vor allem der Rat, dass es nur sehr unwahrscheinlich ein so schwerer Motorschaden ist, dass eine vollständige Überholung indiziert sei.

Auch über das Forum komme ich dann an den G-Shop24. Arno bietet mir an, dass er den Wagen irgendwie einschiebt, damit ich auf den Gamboree fahren kann. Der G-Shop24 ist ein auf Mercedes G spezialisierter Betrieb und das Telefonat gibt mir gleich ein gutes Gefühl. Bis zum Gamboree sind es noch 29 Tage. Ich fahre am 28.06. schon los um pünktlich dort zu sein.

Mittwoch den 31.05. bringe ich den Wagen auf eigener Achse nach Niederroßbach zu Arno und Nadine. Die beiden empfangen mich auch noch um 19:40 und ich fühle mich schon wieder gut aufgehoben. Ich erzähle also von dem Wagen, dass ich ihn nicht selbst umgebaut habe, von dem Problem mit der Ölfahne, von dem Problem mit den nassen Füßen bei Regen, von der bescheidenen Lenkung und auch vom Klacken bei Kurvenfahrten mit zugeschaltetem Allrad.

Arno hört es sich an und testet ein wenig herum. Nasse Füße gibt es, weil der Erbauer des Fahrzeuges es nicht so mit Dichtungen hatte. Er hat sie einfach weggelassen. Das Lenkgetriebe scheint vollkommen hinüber, was meinen Eindruck zum Lenkverhalten  zu 100% bestätigt. Die Welle hat Spiel in alle Richtungen. Das Lenkgetriebe muss auch überholt werden. Dann drehen wir eine Runde um das „Klacken“ zu testen. Arne erklärt mir bei der Fahrt im Detail wie es sich mit den homokinetischen Gelenken verhält. Auf einer Schotterpiste angekommen schalten wir den Allrad zu und fahren eine enge Kurve. Es macht „Klack, Klack, Klack, Klack ….“. Das heisst „richtig im Eimer“ und nicht nur ein bisschen. Das Klacken hatten wir schon in Belgien gehört, aber seit dem bin ich nie wieder mit Allrad gefahren. Die Vorderachse muss also auch gemacht werden. Arno zieht ein Gut- und ein Schlechtmuster aus dem Lager und zeigt mir wo die Gelenke verschleissen und was getauscht werden muss.

So nebenbei, die Vorlegewelle im Hauptgetriebe sowie der Synchronring des 3. Gangs sind auch nicht mehr in Ordnung, aber das kann man noch lassen. Ich lege den 3. mit Gefühl ein, dann kracht nix.

Viel Arbeit, wenig Zeit. Der Countdown tickt unbarmherzig runter. Der Auftrag den Motor instand zu setzen, sowie das Lenkgetriebe und die Vorderachse zu überholen ist erteilt. Priorität in der Reihenfolge der Aufzählung. Ich bin gespannt was Arno meldet wenn er die Brocken auf dem Tisch liegen hat. Ich will dieses Jahr nach Ungarn. Komme was will!

Ein bisschen ist schon der Wurm drinnen. Mitte Mai habe ich erst das Projekt R129 erfolgreich beendet. Am Freitag startet das Projekt 17m mit einer ersten Bestandsaufnahme. Ein neues G-Projekt stand gerade gar nicht auf der Agenda. Blöd wenn sich das Schicksal nicht an den Plan hält. Aber so ist das Leben, es hält immer Überraschungen bereit. ?

Update am 06.06.2017:

Arno ( G-Shop24 ) rief gerade an. Der Motor ist raus und zerlegt. Es ist wie befürchtet und damit wird der Motor nun überholt. Die Vorderachse wird auch überholt. Das Lenkgetriebe gegen ein gebrauchtes gutes Teil getauscht. Weil eh gerade alles auseinander ist, ersetzen wir das Getriebe auch gleich durch ein besseres gebrauchtes Getriebe, denn das Alte hält am Ende auch nicht mehr lange. So viel Arbeit und Ersatzteile hinterlassen Spuren in der Kasse. Aber unterm Strich bekomme ich jetzt auch keinen besseren für das Geld. Irgendwann kommt vielleicht der Tag an dem mir eine schöne und gute offene W460 Karosse über den Weg läuft. Dann wird er wieder zivil und der Aufwand neutralisiert sich durch den Wertzuwachs. Ein Bericht, vielleicht auch mit Fotos, zu der Überholung folgt … 

Update am 14.06.2017:

Auf meine Mail mit der Bitte um einen kurzen Status ruft Arno ( G-Shop24 ) an. Es sind noch 14 Tage zum Gamboree. „Der Wagen fährt schon wieder alleine.“ war die erste Info nach dem Hallo. Das freut das Herz. Er ist gerade beim BOSCH Dienst um die Zündung und den Vergaser auf die neuen Kolben einzustellen. Von meinem letzten Besuch bei einem ehemaligen BOSCH Dienst in Simmern bekam ich die Info, die Drosselklappenwelle sei ausgeschlagen. Arno konnte dies zwar nicht bestätigen, hat aber zur Sicherheit ein paar Vergaser mitgegeben. Das Ersatzgetriebe macht nach seiner Aussage ein bisschen Stress. Da muss er nochmals ran. Das Lenkgetriebe hat sich als nicht so schwer beschädigt wie befürchtet gezeigt und konnte repariert werden. Die Vorderachse ist dran sobald der Wagen zurück ist. Die Zeit drängt, denn der Wagen muss auch noch bewegt werden. Nach 1500km müssen die Ventile nachgestellt werden und das wäre in dem Moment in dem ich in Ungarn bin. Also wird Arno den Wagen eine Weile bewegen um dann am Schluss die Ventile nachzustellen und den Kopf nachzuziehen. Auch wenn er dann nur einige hundert Kilometer geschafft hat.

Update am 22.06.2017:

Die Schlussrechnung ist eingetroffen. Der Vergaser musste auch überholt werden. Ein Austausch wäre an der Stelle nicht sinnvoller gewesen. Die alten Stromberg Vergaser sind rar … Die Abholung wird für Montag den 26.06. terminiert, denn nach der kompletten Überholung müssen eigentlich nach 1500km die Ventile eingestellt werden und der Kopf nachgezogen. Also fährt Arno (widerwillig) nun ein paar Kilometer auf den G um den Job noch machen zu können bevor es nach Ungarn geht. 1500km wird er nicht schaffen, aber besser als nix.

Markus Sterk, selbst G-Liebhaber und Schrauber (baut seinen 300GD nach einer Komplettrestauration gerade wieder zusammen), ausserdem Winzer mit leckeren Grauburgundern und Rieslingen, wird mich am Montag zu Arno und Nadine bringen. Das wird ein schöner Abend und ich freue mich meinen G wieder in der Garage zu haben. Gamboree ist in 6 Tagen … Tick Tick Tick …

Update am 26.06.2017:

Knapper hätte es nicht sein können. Am Freitag erreicht mich noch eine Mail, dass der Wagen nachdem der Tank einmal vollständig leer war, sehr viel Dreck im Tank und in der Leitung hat. Kraftstofffilter setzen sich in 1-2 Minuten vollständig zu. Arno spült den Tank mit Benzin und verbraucht dabei viele Kaffeefilter und ersetzt kurzer Hand die komplette Kraftstoffleitung von vorne bis hinten. Lange Rede kurzer Sinn: Ich konnte den Wagen heute abholen und es ist wie ein anderes Auto. Er zieht, er lenkt … 😉 Zu der ganzen Aktion später mehr und wenn ich Bilder bekomme auch mit Details. Jetzt heisst es erstmal: GAMBORREEEEEEEEEEEE !

MSC Bingen – Classic Rheinhessische Schweiz 2017

Etwas abgelegen, ausserhalb von Erbes-Büdesheim, treffen wir am 25.05.2017 (Vatertag) gegen 0830 zum Startpunkt und Frühstück der ADAC Classic Rheinhessische Schweiz 2017 ein. Mein Beifahrer heute ist mein Vater! Vollkommen unerfahren in Sachen Oldtimerrallye, deshalb fahren wir die Rallye auch nur touristisch und nicht sportlich mit. Die Kinder sind dabei. Wir sind früh aufgestanden und haben noch nicht gefrühstückt.

Nach Kaffee und Brötchen gibt es die Unterlagen und einen kleinen Schock. Wir haben „touristisch“ mit „Gaudi“ verwechselt. Wir haben das gleiche Roadbook wie die Kollegen die die Tour „sportlich“ fahren. Nur haben wir nur eine Sonderprüfung und die Kollegen haben einige GLP auf der Strecke. Ausserdem wählen wir einen Schnitt für die Gesamtstrecke zwischen 43 und 53 km/h (vorher einzutragen auf der Bordkarte) und bei den sportiven ist der Schnitt bei 30 innerorts und 50 ausserorts. Problem: Wir haben nix „richtiges“ dabei um Strecke und Zeit zu messen. Okay, wir haben einen Tageskilometerzähler und wir haben ein Telefon mit Stoppuhr. Axel und ich gehen die Grundlagen durch, Einbahnstrassensystem, kürzester Weg, Schnittberechnung, Würmer. Als alter Fuchs kann mein Vater natürlich die Karte lesen und bereitet sich vor, während ich den Wagen vorbereite. Startnummer, Schild … wir wollen heute einen 45er Schnitt fahren und tragen ihn in die Bordkarte ein. Schauen wir mal.

ADAC Classic Rheinhessische Schweiz 2017

Um 10:00 Uhr plus Startnummer startet die Rallye. Wir haben die 22, starten aber um 10:12 da es dieses Jahr nur 11 Teams gibt. In Summe fahren wir 82 Punkte (Würmer) auf der Karte ab. Wir verfahren uns zweimal … und der Tageskilometerzähler kann nicht rückwärts laufen … also aufschreiben, Strecke zurück und wieder aufschreiben. Die Kilometer müssen später wenn wir den Schnitt ausrechnen abgezogen werden.

Die Strecke führt uns an Orte an denen ich als Wahlrheinhesse trotz der räumlichen Nähe noch nie war. Kriegsfeld  Das ist ein Reiz dieser Fahrten. Man sieht etwas vom Land. 

Irgendwas stimmt aber mit dem G nicht. Am Berg muss ich teilweise bis in den 2. Gang zurück schalten. Er ist so oder so kein Kraftwunder, aber so bescheiden hatte ich das Ganze nicht in Erinnerung. Bergab sehe ich dann, dass ich nach dem Schiebebetrieb kurz dichte blaue Wolken ausstosse. Das ist nicht gut. Also den Schiebebetrieb vermeiden und bei der Pause an Punkt 50 in Dielkirchen mach schauen ob man was sieht. 

Ein Teilnehmer fuhr eine Weile hinter mir her und kam bei der Pause, bei der es Kaffee und Kuchen gab, zu mir. Er bestätigte, dass der Wagen kein Öl verbrenne wenn nicht im Schiebebetrieb lief. Da er selbst aus dem KFZ Business kommt und sich mit Mercedes Motoren auskennt tippt er auf defekte Ventilschaftdichtungen. Ich peile den Ölstand und er ist knapp vor dem Minimum. Zum Glück gibt es an dem Punkt eine Tankstelle und ich besorge einen Liter Öl. Die Hälfte fülle ich ein und ich bin wieder in der Mitte zwischen Min und Max. 

Bei der Abfahrt kommt dann eine Sonderprüfung. Genau 15cm rückwärts fahren. Ich fahre 19cm und bin der Meinung einen guten Wert geschafft zu haben. Meine Euphorie wird bei der Siegerehrung später deutlich gebremst, 19cm ist das zweitschlechteste Ergebnis. Das heisst üben, üben, üben.

Wie auch immer, wir gehen den weiteren Verlauf ruhig an. Auf dem Hinweg hatten wir uns ausgerechnet, dass der Schnitt deutlich über 45 km/h lag. Da es aber kleine Probleme bei der Streckenführung gab, und wir hier und da auch mal angehalten haben, habe ich am Ende doch noch mal ein bisschen mehr Gas gegeben. Das Ende vom Lied … wir hatten dann einen Schnitt von 53 km/h und den 10 Platz (von 11) in der Gesamtwertung. Das können wir besser, meinte auch der Sportwart. Das Motorproblem muss ich dringend angehen.

 

MSC Bingen – Mäuseturm Classic 2016

Meine Intension, einen Klassiker haben zu wollen, war immer an Oldtimerveranstaltungen im Allgemeinen und Oldtimerallyes im Speziellen teilzunehmen. Dies ist auch in den ersten Veröffentlichungen meines G-Weges nachzulesen. Nun, nach vielen Jahren mit einem Klassiker, sollte es also passieren. Der MSC Bingen, dessen Mitglied ich mittlerweile bin, veranstaltet unter anderem einmal im Jahr die ADAC Bingen Mäuseturm Classic. Als die Ausschreibungsunterlagen auf der Website veröffentlich wurden, habe ich uns (meine Frau sitzt rechts) mit einem 230G Baujahr 1979 od. 1980 für die Gaudy Tour angemeldet. Ich wollte natürlich mit dem blauen G fahren, da er mehr Klassikflair verströmt. Dass dieser aber zum Zeitpunkt der Anmeldung, der Veranstaltung und auch noch jetzt, wenn diese Zeilen digital erfasst werden, nicht zur Verfügung steht, wird vielleicht ein anderer Artikel in diesem Blog.

Im Vorfeld hatte ich einiges an dem Camouflage G gemacht. Nach den schlimmen Kaltstarterfahrungen in Belgien wurden grosse Teile der Zündung ersetzt. Dies hat im ersten Step auch etwas gebracht, aber die Freude hielt nicht lange. Seit dem letzten Bericht zu einer Ausfahrt ist viel Zeit vergangen. Der Auspuff wurde erneuert, der Tank gegen einen aus Kunststoff ersetzt. Die Kupplung ist neu, der Motor wurde bis auf die Kurbelwelle runter abgebaut und der vordere Simmerring  ersetzt, wie die hintere Dichtung ebenfalls. Öltropfen unter dem Auto sind jetzt erstmal erledigt. Die Arbeiten wurden wieder bei der KFZ Technik Gau-Algesheim durchgeführt. Da ich keine Eile an den Tag legte, wurde der Wagen erst knapp vor dem Start der Rallye fertig. Der Chef und Meister meinte schon bei der Abholung, dass er noch nicht ganz zufrieden sei, aber ich konnte nicht mehr warten und habe den Wagen Donnerstag Abend abgeholt. Erst lief es gut, aber nach ein paar Metern gab es Zündaussetzer. Mit ein wenig mehr Drehzahl ging es dann aber ganz gut, nur unterhalb von 1000U/Min war der Motor nicht willig. Am Freitag bin ich mit dem Wagen zur Arbeit gefahren, um zu testen ob er auch läuft. Jein ist die Antwort, denn er lief ziemlich schlecht. Zündaussetzer, Fehlzündungen, immer wieder. Auf dem Heimweg bin ich dann nochmal zur Werkstatt, der Zündkontakt wurde als Ursache schnell ermittelt. Leider war kein passender da, wer hat sowas auch noch auf Lager? Mit vereinten Kräften, ich stand wohl eher im Weg herum als ich nützlich war, wurde getestet und gebastelt.

MSC Bingen Maeuseturm Classic 2016 - Unterbrecherkontakt

Es ging ein bisschen besser, aber gut ist noch weit entfernt. So sollte ich eigentlich keinen Wagen für die Rallye haben, aber damit konnte ich mich nicht anfreunden. Egal, wie anstrengend und nervig es ist, der G wird durchhalten und vorab, er hat.

Am darauf folgenden Samstag (10. September 2016) sind wir mit 4 Personen zur 2016er ADAC Bingen Mäuseturm Classic Gaudy Tour gestartet. Meine Frau, zwei hoch motivierte Kinder und ich, der Fahrer. Ich konnte einen Freund mit Familie und seinem Ford FK 1000 Bus aus dem Jahr 1959 noch dazu motivieren, ebenfalls mitzumachen, was den Spass von Anfang an noch vergrössert hat.

Die Anfahrt war schon nett, der Start findet auf dem Rochusberg, nahe der Rochuskapelle statt. Vorher gibt es ein Teilnehmerbriefing, Unterlagen und erste Aufgaben bei einem gemeinsamen Frühstück. Man trifft andere Teilnehmer und der Spass beginnt schon an Ort und Stelle. Es gab ein paar Knobelaufgaben in Sachen internationaler Verkehrskunde, eine Logikaufgabe und vieles mehr. Die Schilder und Startnummern müssen an dem Fahrzeug angebracht werden. Die Profis haben da tolle Tricks und Hilfsmittel, ich habe klassisch Kabelbinder verwendet. Die Startnummer 40 kommt auf das Auto, der Start erfolgt um 9 Uhr plus Startnummer. Also um 9 Uhr 40.

MSC Bingen Maeuseturm Classic 2016 - Start

Nele hat das Roadbook fest in der Hand, die Kinder spähen nach stillen Wächtern und werden an der ersten echten Kreuzung auch schon fündig. Es geht den Rochusberg hinab in Richtung Gau-Algesheim. Dort an dem Kreisverkehr bei der Rheinwelle dann die erste Knobelaufgabe unterwegs. Auf dem Ring sind jede Menge Jahreszahlen. Mein „Hirn“ löst die Aufgabe und wir sind schnell wieder unterwegs.

MSC Bingen Maeuseturm Classic 2016 - Aufgabe 1

Keine 400m weiter kommt die erste Sonderprüfung. „Fahren sie genau 60 cm vorwärts.“ Gesagt, getan. 90cm … naja. Und weiter geht es mit Aufgaben in Gau-Algesheim, Appenheim, Nieder-Hilbersheim, Engelstadt, Bubenheim, Schwabenheim, Stadecken-Elsheim, Essenheim, Ober-Olm, Klein-Winternheim …. und so weiter. Das Wetter ist toll, wir lernen unsere eigene Heimat besser kennen. In Wolfsheim wird es dann plötzlich für viele Teilnehmer anstrengend, denn wir verlassen die Strasse. Für einen G noch keine artgerechte Haltung, aber der eine oder andere sehr tiefe und alte Sportwagen hatte doch echte Probleme. Wir fahren über Feldwege und Schotterpisten in die Weinberge. Dort lösen die Beifahrer ein geometrisches Rätsel und die Fahrer lassen sich die Sonne auf den Bauch scheinen.

MSC Bingen Maeuseturm Classic 2016 MSC Bingen Maeuseturm Classic 2016 MSC Bingen Maeuseturm Classic 2016

Über ein paar weitere sehr schöne rheinhessische Ortschaften kommen wir nach Bad Kreuznach und machen im Weingut Espenschied Mittagspause. Die erste Bordkarte wird hier schon eingesammelt und wir erhalten die Bordkarte für den 2. Teil. Bei Erbsensuppe mit Würstchen tauschen wir uns schon über Ergebnisse und Erlebtes aus. Der Fuhrpark vor dem Weingut ist beachtlich. (Anm. Nächstes Mal muss ich mehr Fotos machen.)

Gestärkt geht es in die Schlussetappe, das Ziel ist bekannt, denn es ist wieder in Bingen, aber der Weg soll noch einige Aufgaben aufzeigen. Dennoch sind wir schnell am Ziel und treffen den ganzen Tross in Bingen am Rhein. Zum Abschluss gibt es noch eine kleine Tour durch die Stadt, das Winzerfest tobt. Der Zielbogen befindet sich in der Innenstadt mitten in der Fussgängerzone. Es ist viel Publikum da und schaut sich die Wagen an. Jedes Fahrzeug und Team wird vorgestellt. Der Kommentar des Moderators zum G: „Und ein Fahrzeug wie direkt aus dem Krieg.“. Applaus.

MSC Bingen Maeuseturm Classic 2016 - Zieldurchfahrt

Wir parken den G im Parc fermé ein paar Strassen weiter und gehen erst noch mal mit den Kindern über den Rummelplatz. Autoscooter, Riesenrad, Pfeile werfen …  zurück zum Zielbogen, um weitere Fahrzeuge und die gleich anschliessende Siegerehrung zu sehen. Die Stimmung auf dem Bürgermeister-Neff-Platz ist grandios. Frank Zimmermann, der Sportwart des MSC Bingen, führt durch den Abend und die Siegerehrungen. Erst werden alle Rätsel aufgelöst und das eine oder andere Mal haut man sich an die Stirn. Surprise, Surprise … in der Klasse von 1973 bis 1982 macht ein Fahrzeug wie „direkt aus dem Krieg“ den 1. Platz. Immerhin noch 9. in der Gesamtwertung. Für das erste Mal keine schlechte Ausbeute. Fahrer und Beifahrer bekommen einen Pokal. Der G ist nun ein Siegerwagen. Jetzt kann ich ihn doch erst recht nicht mehr verkaufen, wenn der blaue G endlich wieder da ist …

MSC Bingen Maeuseturm Classic 2016 - Pokal

Der Virus ist aktiv. Alle fanden den Tag toll und wollen mehr davon. Mehr konnte ich nicht erwarten. Die Veranstaltung war grandios organisiert. Wir sind nächstes Jahr bestimmt wieder dabei. Die Zündung wurde im Laufe des Tages immer schlimmer und ich war froh, dass wir noch nach Hause gekommen sind. Der Entschluss, auf eine kontaktlose Zündung umzubauen, war schon kurz nach dem Start gefallen. Dazu später mehr im Bereich G-Schraubt.

Basistraining mit Quadro Faktum

Prolog

Geburtstage sind, vom älter werden mal abgesehen, eine schöne Sache. Liebe Menschen machen sich Gedanken und versüßen einem den Alterungsprozess mit oftmals nützlichen Dingen. So meine Frau, die mir ein Offroad-Basistraining von Quadro Faktum schenkte und damit einen Volltreffer landete. Vom 08. bis 10. April 2016 war ich mit der ganzen Familie auf Tour.

Dass ich meinen „blauen“ G nicht nehmen konnte, da er aktuell zu diversen Gewährleistungsreparaturen bei der GFG weilt, stellte sich zunächst als echte Herausforderung dar. Wie ich dann zum 2. G kam, kann man unter „Einen für die Oldtimer Ausfahrt und einen für den Sandkasten“ nachlesen. Mit dem Kauf dieses Fahrzeuges alleine war es aber dann nicht getan.

Leider gibt es nicht viele KFZ-Werkstätten, die gerne Arbeiten an diesen Fahrzeugen annehmen. Die Beschaffung der Ersatzteile gestaltet sich trotz exzellenter Versorgung durch Mercedes Benz nicht immer einfach. Die Technik ist alt, Reparaturen oft zeitaufwendig und am Ende gibt es noch Diskussionen mit dem Kunden. So jedenfalls ist meine Erfahrung, wenn man mit einem alten G auf den Hof einer Werkstatt fährt. Nicht so bei meinem alten Bekannten Frank Hecker von der KFZ-Technik Gau-Algesheim.KFZ-Technik Gau-Algesheim

Auf der Hebebühne bestätigen sich meine Vermutungen und es kommen noch weitere Aufgaben hinzu. Der Vorbesitzer hatte das Vorhandensein der Schmiernippel irgendwie länger ignoriert. Überall, wo eigentlich Fett sein sollte, ist es staubtrocken. Die Wasserpumpe ist definitiv hinüber, die Keilriemen hängen teilweise in Fetzen, die Scheiben vorne haben starken Rostfrass, die Belege sind hinüber. Die Belege hinten sind auch hinüber, die Bremsseile hin. Obwohl der Verkäufer versicherte, dass der Wagen kein Öl verliert, habe ich am hinteren Simmerring einen Öltropfen und am Winkelgetriebe des Tachos auch. Ich lasse den Wagen da und erteile den Auftrag bis Anfang April alles zu fixen.

Pünktlich am Dienstag Abend den 05. April hole ich den Wagen ab. Bis auf den Auspuff ist alles erledigt. Beim Auspuff gibt es Probleme, denn wegen der Umbauten passt der originale Endtopf nicht mehr. Die Zeit war zu knapp, wir heben uns also diese Sache für später auf. Den Ölverlust versuchen wir mit Liquid Moly Öl-Stop zu minimieren, mal sehen ob es klappt.

Am Mittwoch morgen tanke ich den G erstmals voll. 52,17l gehen rein und die Pistole schaltet brav ab. Ich wundere mich noch, sagte der Verkäufer nicht, es gäbe damit ein Problem? Mir ist es erstmal egal, denn ich will den Wagen jetzt noch zwei Tage auf seine Zuverlässigkeit hin prüfen und damit jeden Tag die 25km zur Arbeit fahren.

Kaum habe ich im Büro Platz genommen, steht schon ein Mitarbeiter in der Tür. „Chef, Dein Auto stinkt nach Benzin.“ … nicht schon wieder, denke ich und eile nach unten zum Parkplatz. Entgegen des letzten Males tropft es an drei Stellen im Sekundentakt. Nach 15 Minuten habe ich die Schnauze voll und bringe den Wagen zum Boschdienst Jannsen um die Ecke. Dort ist man „massiv begeistert“, dass ich nun deren Parkplatz volltropfe, aber immerhin hat man dort etwas zum Unterstellen, was ich nicht hatte. Den Auftrag, das Leck zu suchen und nach Möglichkeit zu beseitigen, nimmt man zum Glück dann aber doch an.

Gegen 16 Uhr erhalte ich einen Anruf mit schlechten Nachrichten. Der Tank ist an beiden Stellen, an denen er am Rahmen anliegt, durchgerostet. Ein neuer Tank (Kunststoff) hat zwei Tage Lieferzeit. Die Zeit habe ich aber nicht. Schweißen kann und will der Boschdienst nicht. Ist wohl auch nicht so einfach, wenn der Tank nicht komplett frei von Benzinrückständen ist. Ich rufe also meinen Nachbarn im Gewerbegebiet, Mario Fischer (Eigentlich baut und repariert er 4×4 bis 8×8 Expeditionsmobile und ist Hummer Fan.), an. Er will mir den Tank mit einem speziellen Stossstangenreparaturkit verkleben. Am Donnerstag hole ich den Tank ab und bringe ihn zurück zum Boschdienst, der G steht dort noch. Freitag 10:30 kann ich den Wagen abholen. Der Tank hält dicht.

Zwischenzeitlich ist der Unterfahrschutz für den Motor eingetroffen, den ich bei eBay noch schnell erstanden habe. Ein bisschen verbeult und mit leichtem Rostansatz, aber mit sehr guter Substanz. Günstig war er auch noch. Ich habe allerdings unterschätzt, dass man dieses Teil alleine nur schwer montieren kann. Mit Hilfe eines Wagenhebers und viel Geduld schaffe ich es dann aber doch. Bereit zur Abreise, mit einem eigenen Fahrzeug und nicht nur als Zuschauer der Veranstaltung.

Anreise

So ein kurzer G hat ja faktisch kaum einen Kofferraum. Meiner Frau war das egal. Zwei Bobbycars, Taschen, meine Kiste mit allem was man so mitführen muss (Verbandskasten, Warnwesten ..), Schaufeln für die Kinder, Sandspielzeug, Jacken, Proviant … so ist es schnell voll hinter den hinteren Sitzen.

Auf nach Belgien. Das erste Ziel heisst Hotel Rittersprung im Örtchen „Ouren“. Wir fahren natürlich erstmal schön über Bundes- und Landstraßen. Raus aus Rheinhessen, über den Hunsrück ins Moseltal und wieder raus. In Mülheim (Mosel) machen wir eine erste Rast und genehmigen uns ein Stück Kuchen und einen Kaffee, die Kinder nehmen Kakao, im Hotel Weisser Bär. Sehr zu empfehlen. Da wir nun „genug“ herumgegondelt sind, nehmen wir ab Zeltingen die A60 in Richtung St. Vith (Belgien). Im Grunde sind wir fast die gleiche Strecke gefahren wie früher mit dem Motorrad nach Spa Francorchamps. Da kommen an vielen Stellen alte Erinnerungen wieder auf.

Auf dem Weg durch Berg und Tal kommen die mittlerweile nicht mehr ganz so zornigen 90 PS schnell an ihre Grenzen. Man braucht schon hier und da den dritten Gang um den Berg hinauf zu kommen. Auf der Autobahn und mit Schwung läuft der „Grüne“ aber auch knapp 110 km/h (GPS). Wobei es ab 90 km/h nicht mehr wirklich viel Spass macht. Die Tanknadel kommt in dem Tempo aus der Bewegung auch nicht heraus.

Mit nahezu trockenem Tank füllen wir in St. Vith noch mal voll auf, und fahren dann weiter in das kleine Örtchen „Ouren“. Nach etwas mehr als dreieinhalb Stunden sind wir am Ziel. Ouren hat ca. 100 Einwohner und ist eine von etwa 9 Gemeinden des deutschsprachigen Teiles in Belgien. Bis dahin wusste ich nicht, dass es so etwas gibt. Die Strassen dorthin wären in Deutschland bessere geteerte Feldwege, aber das Navi bringt uns punktgenau auf den Hotelparkplatz. Bis jetzt ist der Parkplatz noch leer. Das Hotel „Rittersprung“ ein kleinParkplatz Rittersprunges familiäres Hotel. Schöne Zimmer, gute Betten. Eine sehr ansprechende Ausstattung, schönes Bad und alles sehr sauber. Das Restaurant lockt mit einem Dreigangmenü, welches wir gerne annehmen und uns dazu einen Riesling aus Luxembourg schmecken lassen.Der Parkplatz hat sich inzwischen merklich gefüllt. Es sind ein Landrover Defender 90 TD4 und ein Jeep Grand Cherokee hinzugekommen. Im Restaurant gibt es schon ein erstes „Hallo“, mit einen Pärchen aus Hanau und einem aus Gelnhausen. Nach Essen und Wein sowie einem 18-jährigen Glenmorangie an der Bar geht es ins Bett mit viel Vorfreude auf den kommenden Tag.

Quadrofaktum Basistraining

Die Nacht war kalt, der G ist mit Raureif überdeckt. Beim Frühstück lernen wir noch Vater und Sohn aus Cuxhafen kennen. Der Vater ein alter Offroader, sein Sohn soll den 110er Defender TD4 aber auch fahren können. Männerausflug sozusagen. Mach ich in 10 Jahren mit meinem Filius dann auch mal. Nach dem Frühstück heißt es aufsitzen. Alle sind eingestiegen, aber der G hat keine Lust anzuspingen.

Die beiden Hanauer bleiben erstmal bei uns, während ich am Anlasser jodelnd versuche, die Maschine in Gang zu bringen. Unwillig und nur auf zwei Töpfen springt er dann an. Ich brauche 5 Minuten bis er im Standgas einigermassen rund läuft. Unter Last gibt es immer wieder Aussetzer und laute Fehlzündungen. In Ouren ist dank mir nun jeder wach. Nach ein paar Minuten, der Motor wird wärmer, wird es besser und besser und der Motor schnurrt wie immer. Darum werde ich mich kümmern müssen. Entweder die Kaltstartautomatik am Stromberg tut es nicht, oder aber die Zündung hat irgendwo Gammel. So meine erste Einschätzung.

Wir treffen dennoch pünktlich und nicht als letzte gegen 09:20 Uhr am Offroad Park ein.

MX Dürler Motocross Park

Zwischen 09:30 und 10 Uhr treffen alle weiteren Teilnehmer ein. Es gibt ein zweites Frühstück. Mit uns sind es zu Beginn der Veranstaltung dann:Life is too short to drive boring cars

4x Defender
2x Discovey
1x Porsche Cayenne
1x Lada Niva
1x Jeep Cherokee
1x Jeep Wrangler
1x Nissan Pickup
1x Mercedes G

Macht 12 Teilnehmer. Michael H. Falter, der Fotograf, kommt mit einem G400 CDI. So ist meiner nicht mehr alleine.

Die Meute

Stefan Schuhmacher erklärt die Grundlagen der Fahrzeugtechnik in Bezug auf Allradantriebe, Differenziale, Untersetzungsgetriebe und Differenzialsperren. Er geht intensiv auf die Unterschiede rein mechanischer Lösungen und den heutzutage vorherrschenden elektronischen Helferlein ein. Sperren die mit ABS/ESP „emuliert“ werden, haben nahezu die gleiche Wirkung wie Fahrzeuge mit rein mechanischen Sperren. Allerdings muss man die Fahrweise deutlich anpassen. Hat man einen elektronischen Helfer, der auf ABS basiert, so muss man Gas geben, damit das Rad durchdreht und dann mittels Elektronik wieder gebremst wird. Viele dieser Beispiele und viele Abkürzungen verschiedener Hersteller und Jahrgänge werden vorgestellt und besprochen.

Dann geht es zu dem Teil des Fahrens im Gelände. Bergauf- und Bergabfahrten. Schräglagen, Wasserdurchfahrt und Backup Recovery sind die Themen.

Nach etwa 1,5h Theorie vertreten wir uns die Beine, trinken einen Kaffee und nehmen eine Flasche Wasser für die geführte Einführungsrunde mit. Mit an Bord die ganze Familie. Die 12 Teilnehmer werden in drei Gruppen aufgeteilt. Wir sind in der ersten Gruppe und unser Instruktor heisst Guido. Vor der Abfahrt gehen wir gemeinsam nochmals um das Fahrzeug, kontrollieren Reifen etc. Dann noch eine kleine Einführung wie man sitzt und wie der Gurt korrekt angelegt wird.

Gruppeneinteilung

Dann geht es aber los in die lange Einführungsrunde. Wir fahren alle mit Allrad und Geländeuntersetzung. Meine Sperren vorne und hinten werden nicht gebraucht.

Schon im Theorieteil kam des Öfteren mal vor, dass man das zu befahrende Gelände erstmal zu Fuß begeht. So machen wir es also. Wir stehen vor unserer ersten Kuppe, kraxeln sie hinauf und sehen den ersten „Abhang“ hinunter.

Erster Berg

Das erste Mal ist wohl immer schwer. Nun denn, es sind nicht mehr als 1,5m aber es sieht steil aus. An den Rand fahren, Gas geben, in dem Moment wo der Vorderwagen zu 2/3 auf dem Podest ist Gas wegnehmen. Wir sind oben. Dann langsam an die Kante, Räder gerade, 1. Gang und alle Pedale loslassen. Ein Scheiß-Gefühl, aber es klappt.

So machen wir eine wiederum 1,5h dauernde erste Runde und lernen dabei das Gelände zu Fuß kennen um es dann mit dem Fahrzeug zu bewältigen.

Die Steigungen werden steiler und vor allem länger. Es gibt frisch aufgeworfene Erde wie auch Auswaschungen und Spurrillen. Hängende Kurven und lange Bergauf- und Bergabfahrten. Einige kann man dann auch nur zu Fuß ansehen, aber nicht mehr wirklich gut gehen. Die Autos schaffen es alle. Die Anspannung weicht Freude und Spaß.

Da die letzte Gruppe noch braucht, kann die erste Gruppe vor dem Mittagessen noch eine Runde frei fahren und gleich das Gelernte ohne Instruktor umsetzen. Guido darf dafür, dass er die erste Gruppe anführte, den Grill anwerfen und das Mittagessen auf Holzkohle garen.

Nach einer weiteren Runde stellen wir dann alle die Fahrzeuge ab und fallen hungrig über Grillgut, Salate und Nachtisch her. Die Truppe ist gut gelaunt und alle haben offensichtlich Spaß. Es ergeben sich viele Benzingespräche. Nach dem Mittagessen haben alle die Gelegenheit, den Parcours bis ca. 17 Uhr frei zu befahren. Zudem werden von den Instruktoren vier Workshops angeboten, die jederzeit wahrgenommen werden können.

Ich nehme natürlich an allen Workshops teil. Angefangen mit der Technik des Einweisens bzw. die Einweisung zu verstehen und umzusetzen. Dies ist die Grundlage für den Workshop „Schrägfahren“, denn dort bringt Stefan Schuhmacher den Wagen an die Grenze.

Schraeg Einweisung

Alba fand die Einweisung nicht interessant, der Rest schon.

Bei meinem G haben wir das nicht ganz geschafft, aber die höheren Defender waren schon ganz schon kippelig. Dennoch wäre ich von alleine nie auf die Idee gekommen, den Wagen so schräg zu stellen.

Schraeg 1Schraeg 2

Es kommt noch die Wasserdurchfahrt, die viel Spass macht. Allerdings kommt schon klar Wasser ins Auto. Wohl dem, der auf jeder Seite einen Ablauf hat.

Mit einer der spannendsten Workshops war aber der Backup Recovery Workshop. Man würgt am Hang den Motor ab und steht nun da. Am Ende hat man den Rückwärtsgang drinnen, hat keinen Fuss mehr auf einem Pedal und dreht einfach den Zündschlüssel. Ohne Ruckeln springt der Wagen an und fährt ruhig und kontrolliert den Abhang rückwärts hinunter.

Es gibt kaum Ausfälle. Bei der Wasserdurchfahrt müssen die Jeeps wegen der Verspoilerung passen. Der Cayenne bleibt einmal im Wasser hängen und muss herausgezogen werden. Mit normalen Strassenreifen ist es aber auch nicht gerade vorteilhaft, in einer schlammigen Spur durch tiefes Wasser zu fahren. Die Spur wird auch immer tiefer.

Die oberen Bilder zeigen die erste Durchfahrt. Bei der letzten Durchfahrt steht das Wasser schon deutlich höher, was man an der Schlammlinie deutlich erkennen kann.

230G Wolf

Um 17 Uhr treffen sich alle noch auf ein Stück Kuchen und einen Kaffee. Im Anschuss geht es dann zum Ausblick auf den Kurs für Fortgeschrittene. Dabei geht es um Verschränkungen. Gezeigt wird das Ganze mit dem Lada Niva. Schon krass, was der Wagen alles mitmacht. Der Fahrer, ein Teilnehmer, wird von Stefan Schuhmacher durch einen Verschränkungsparcours gelotst. Der Lada hebt brav mal das vordere Bein, mal das hintere Bein, mal vorne und hinten gleichzeitig. Die fehlenden Sperren werden durch Schwung ersetzt.

Lada Niva verschraenkt

Um 18 Uhr endet das Programm. Guido (Instruktor) erklärt mir noch warum man beim Starten des Motors eigentlich die Kupplung nicht treten sollte. Michael (Fotograf) ist mit seinem G400 CDI vollkommen zufrieden und hatte noch nie wirklich Ärger mit dem Wagen. (Laut einigen Teilnehmen des viermalvier.de Forums eigentlich unmöglich. 🙂 ) Stefan hat es auch Spaß gemacht. Frau und Kinder hatten einen tollen und vollen Tag im Schlamm.

Alba Schlamm

 

In Belgien ist offensichtlich alles ein wenig anders. So bekommen wir den Weg durch einen Wald als Abkürzung und die nehmen wir dann auch in Richtung Hotel.

Fazit: Viel gelernt. Viel Vertrauen in den G gewonnen. Nette Leute kennengelernt. Viel Spaß gehabt und den Entschluss gefasst den Tarn-G erstmal zu behalten. Ausserdem werden wir den Kurs für Fortgeschrittene besuchen, nächstes Jahr.

Im Hotel machen wir uns erstmal frisch und entern dann wieder das Restaurant. Diesmal etwas schmaler bei der Bestellung, wurden wir den ganzen Tag doch vortrefflich verpflegt. Aber eine obligatorische Flasche Wein (diesmal einen Chardonnay aus Luxembourg) und einen Glenmorangie Quinta-Ruban zum Schluss muss dann doch sein.

Heimreise

Nach dem Frühstück wird der G wieder bepackt und wir treten mit den gleichen Startproblemen wie am Vortag die Heimreise an.

Zuendung...

Ein Besuch im Eifel Zoo macht die Kinder froh.

Eifelzoo

Anschließend dann über die Autobahn A60, das Moseltal, Mittagessen an der Mosel, die Hunsrückhöhenstraße B50 und die A61/A60 nach Hause.

Epilog

Es war ein tolles Wochenende, das Auto hat gehalten und wird behalten. Nun muss der Auspuff noch gemacht werden. Es müssen andere Felgen drauf. Das Kaltstartproblem muss verschwinden. Ein neuer Tank muss her und viele kleine Dinge die anfallen, wenn man einen alten G fährt. Ich glaube es ist ein Spruch der Landy Fahrer, aber es passt auch hier: „Er ist nie ganz heil, aber auch nie ganz kaputt.

Einen für die Oldtimer Ausfahrt und einen für den Sandkasten

Da war er wieder … ein guter Grund ein Auto zu kaufen. Mein schöner blauer G ist schon wieder in Kur. Die Mängelliste leider noch immer lang und der Weg zum G geht in die Verlängerung. Nun schickte es sich an, dass ich ein Off-Road Wochenende in Belgien mit der ganzen Familie zum Geburtstag geschenkt bekam. Im April. Bis dahin wird der „Blaue“ nicht fertig sein und ausserdem ist er mir doch mittlerweile zu Schade für den Dreck. Kurzum, im Januar geht die Suche los und ich muss gestehen, dass ich von der Welt der Autohändler einmal mehr enttäuscht bin, auch wenn es löbliche Ausnahmen gibt. Aber von vorne …

Parameter: Geländewagen mit Allrad und Sperren. Möglichst nicht zu teuer, mit TüV und wenn es geht mit grüner Plakette.

Am Anfang kam der Gedanke, einen Geländewagen leihen zu können, auf. Verleihen für ein Off-Road Wochenende wollte aber niemand einen Wagen.

Dann kommt der Gedanke auf einen Wagen zu kaufen, um mit einem Kurzzeitkennzeichen zu dem Wochenende nach Belgien zu fahren. Anschliessend (nach der Wäsche) würde er wieder verkauft werden.

Nach vier Wochen der Suche kam ich nicht wirklich voran. Um so wenig wie möglich Verlust zu machen, müsste ich von Privat kaufen. Kaufe ich von einem Händler, büsse ich im Zweifel einen Teil seiner Spanne ein. Was angeboten wurde war jedoch nicht wirklich sinnvoll. 20 Jahre alte Gs mit Dieselmotor (ohne grüne Plakette) und 300T+ km, Defender mit mehr Beulen und Rost als man will und ebenfalls maximal mit einer gelben Plakette. Für den Wiederverkauf alles Mist.

Vielleicht einfach doch bei den Baujahren etwas weiter hinten schauen, die Defender der Serie III gefallen mir nicht wirklich. Bei dem Discovery war ich mir ob des Wiederverkaufwertes nicht sicher und auch des Aufwands um sie überhaupt verkauft zu bekommen. Ausserdem kenne ich mich mit Land Rover nicht aus.

Ein alter G wäre schön. Meine Frau fände einen Feuerwehr G toll. Also suchen wir mal. Auto Zitzmann hat einen Feuerwehr 280GE im Programm. An der Stelle ein Lob, denn ich rief an und fragte nach dem Zustand. Der Verkäufer gab mir ohne viele Worte und Schönrederei Antwort. Ohne umfangreiche Restaurierung keinen TüV, starker Rostbefall an Karosse und Rahmen. Bedeutet Kernschrott für 15k EUR. Keine Alternative.

Es tut sich ein zweiter Rot/Weiss lackierter G im Netz auf. Ich frage per eMail an ob es ein Feuerwehr G sei. „Ja, Feuerwehr“ ist die knappe Antwort. Ich frage höflich per eMail an, ob ich denn ein paar Bilder von unten haben könnte und generell ein paar Bilder mehr als die unscharfen drei im Netz. Im Netz übrigens ist der Wagen als (2. Hand, 44tkm, top zustand) beschrieben. Erst meint der Verkäufer ich soll mir den Wagen angucken kommen. Als ich nochmals interveniere und klarstelle, dass ich nicht 800km fahre um mir einen „Eimer“ anzusehen, bekomme ich die angefragten Bilder. Spätestens an der Farbe des Motorraumes erkennt man, dass es ein BGS Wagen war. Damit glaubt keiner die 44tkm. An den Radläufen sind massive Durchrostungen und Rostblasen, die der Verkäufer als „Flugrost“ bezeichnet. Die Stossdämpferaufnahmen sind offensichtlich stark verrostet. Den Scheibenrahmen hat jemand mit einem Riffelblech geflickt. Derjenige hat sich richtig „Mühe“ gegeben, denn er hat die Bleche einfach oben drauf geschweisst. Nachdem die Bilder angekommen sind spricht der Verkäufer auf Band und meint, da wären ein paar Roststellen, aber wenn er die mit schwarzem Lack überspüht hätte, hätte ich die gar nicht gesehen. Zur Erinnerung, in der Anzeige steht „Top Zustand“. Mehr wollte ich dann nicht mehr sehen. Der Verkäufer bittet nach meiner freundlichen Absage um eine positive Bewertung bei mobile.de … ohne Worte.

Man könnte diese Liste endlos weiter führen. Ich frage mich mit welcher Dreistigkeit hier teilweise Gesetze gebrochen, Betrogen und Getäuscht wird.

Die gespeicherten Suchen bei Mobile.de und AutoScout24 spucken täglich neue Angebote aus, aber so richtig einschlagen tut keines. Es sind auch immer wieder Wölfe dabei. Einen Wolf will ich aber eigentlich nicht. Es sind meistens Diesel. Sind es keine, sind es welche aus der Schweiz und die haben keine Rückbank aber ich zwei Kinder die mitfahren wollen. Unter den „Flecktarn und Tarnfarben“ Anzeigen sehe ich aber immer wieder eine Anzeige die da lautet: „Mercedes-Benz G 230 Carbio Wolf W460 W461“. Darauf ein Wagen mit einer Wolf Karosse, W463er Stossstangen vorne und hinten, W463 Grill und W463 Kotflügeln. Keine Angabe von Vorbesitzern, keine Angabe zur Laufleistung. H-Kennzeichen steht noch dabei, Baujahr 1980, 4 Gang Schaltung, Sperren funktionieren, HU bis 01/2018.

Erst ein Albtraum für mich, auch wenn ich am „Blauen“ falsche Rücklichter habe/(hatte), stehe ich bei alten Autos doch auf Originalität, bzw. die Nähe dazu. Hier ist also ein vollkommen umgebauter W460, der nur noch Chassis, Motor und Getriebe von dem Basisfahrzeug hat. Aber dennoch spricht mich der Wagen an. Es sind diesmal 5 Bilder im Netz und die sind sogar scharf. Aber von unten und von den neuralgischen Stellen gibt es keine Details. Ich rufe an und frage nach weiteren Bildern. Der Verkäufer, komischerweise ein wenig genervt, habe ich ihm doch gar nichts getan, meint nur ich soll vorbei kommen und selber schauen. Die Nachfrage wer den Wagen umgebaut habe wird mit „unverständlich Schmidt“ beantwortet. Komisch, dass man auf meines Erachtens sinnvolle und normale Fragen unsinnige Antworten bekommt. Der Wagen steht ca. 3h von mir entfernt. Normalerweise hätte ich jetzt die Gespräche abgebrochen, denn es ist nicht einzusehen, dass ich einen ganzen Tag opfere ohne Wissen ob des Ausgangs. Vielleicht ist es auch nur ein „Eimer“ …

Diesmal aber dachte ich, dass es das Risiko vielleicht wert sei und machte einen Termin für den darauf folgenden Samstag aus. Da der Verkäufer den Wagen nur abgemeldet übergeben würde, fahre ich mit dem Auto statt mit dem Zug.

Angekommen mache ich einen ersten Rundgang um das Fahrzeug. Die Karosserie scheint wirklich in einem sehr guten Zustand zu sein. Der Umbau sieht gut aus. Kein Rost, keine Beulen. Hier und da ein paar Kampfspuren. Nichts weich, nichts bröselig. Der Verkäufer hat den Wagen mit einem Kumpel selbst umgebaut. Dokumentation gibt es keine. Er dient als Spielzeug im Sandkasten, sprich er wird im Gelände gefahren und sonst nicht. Er muss weg, weil ein neuerer G da ist und ihm der 230er zu schwach ist. Ausserdem geht er „im Wasser“ leicht aus. Mir ist das egal, den M115.973 kenne ich schon und ins Wasser werde ich wahrscheinlich so oft nicht fahren. TüV neu in 01/2016. H Kennzeichen trotz der Umbauten. Schicke Felgen, aber ohne ABE. Die Höherlegung selbst gemacht, also auch ohne ABE. Die Handbremse geht nicht und die Wasserpumpe hat einen Tropfen verloren. Der Endtopf muss überarbeitet werden. Beim Volltanken schaltet die Pistole nicht ab und es läuft Sprit raus wenn man nicht aufpasst. Letzteres kenne ich selbst. Motor und Getriebe laufen sauber, alles schaltet ohne grosse Probleme (3. Gang kratzt manchmal … ). Sperren gehen rein und funktionieren, wie man bei der Probefahrt auf einer nassen tiefen Wiese feststellen kann. Kein Knacken, kein Knarzen und wir kommen auch wieder raus als der Allrad und die Sperren aktiviert sind.

Innen ist zu 90% ein Wolf. Sogar ein Loch im Bodenblech mit Stöpsel. Vier Einzelsitze in gutem Zustand. Der Holzboden sieht sehr gut aus. Verstauboxen, Gewehrhalter … kein Drehzahlmesser, die Tankanzeige muckt wohl manchmal.

In Summe scheint es doch mit überschaubarem Aufwand getan. Die Bremsen sollten komplett überholt werden. Der Endtopf angepasst. Die Wasserpumpe kontrolliert. Wir werden uns mit einem Abschlag wegen der kleinen Mängel schnell einig und tauschen Bares gegen Fahrzeugbrief. Und das ist es, dass neue Sandkastenspielzeug.

230G Custom

Willkommen in meiner Garage …

 

Becker Europa Typ 460

Problem:

Das bereits eingebaute Radio hüpft immer wieder aus der Halterung heraus. Es ist offensichtlich nicht richtig befestigt.

Becker Europa (SIDE)

Becker Europa 460 (sideview)

Becker Europa (TOP)

Becker Europa 460 (topview)

Lösung:

Anschrauben!

Ersatzteil:

In meinem Falle zwei dieser netten Halter, die bei meinem Radio nicht dabei waren und die man prima bei eBay besorgen kann. Sie wurden noch mit etwas aufgeklebten Filz versehen, denn ich hatte die originalen Puffer nicht zur Hand.

Befestigungsklammern Radio

Werkzeug:

Flacher breiter Schraubendreher

Ausführung:

Das Radio muss zur Befestigung nicht ausgebaut oder abgeklemmt werden. Ich hoffe ich war nicht alleine erstmal ratlos, denn ich habe gut und gerne 3 bis 5 Minuten gebraucht bis ich verstanden hatte, wo die Halterungen denn hinkommen.

Becker Europa 460 mit Halter

Sie passen nicht auf den Deckel, weder oben noch unten. Ausserdem, wie soll man denn dann das Radio wieder in den Schacht bekommen?

Das 4×4 Forum ist in erster Näherung auch nicht richtig hilfreich, denn die Kollegen gehen doch von einem anderen Wissensstand aus. Aber irgendwann kommt der Moment an dem man versteht wie das alles zusammen spielen soll.

Die Klammer kommen VORNE rein. Die beiden Drehknöpfe mit einem ganz flachen Schraubendreher sanft lockern. Dann die dahinter liegenden Scheiben abnehmen. Anschliessend mit ebenfalls sanftem Druck die Blende abziehen.

Danach die Haltestifte einführen. Löcher im Radio sind codiert, heisst das schmale Ende passt nur in das kleine Loch. Das breite Ende nicht. Das schmale Ende in das schmale Loch schieben und dann den Halter mit dem Breiten Ende in das größere Loch einrasten. So hochschieben, dass er mittig im Radio sitzt und anschliessend die Schraube leicht anziehen. Solange bis das Radio satt, aber noch nicht fest sitzt. Gleiches auf der anderen Seite, aber dort dann ruhig schon fest ziehen. Danach die andere Seite anziehen und fest ist das Radio.

Becker Europa 460 eingebaut

Nun in umgekehrter Reihenfolge Blende und Drehregler nebst Ringen wieder anbringen. Da ich in diesem Zuge die halbe Mittelkonsole entfernt habe, und auch alle Kabel, hier noch ein Tipp die

Nachlese:

  • Immer eine 5A Torpedo Sicherung zur Hand haben wenn man am Radio und der Elektrik bastelt. (Das sind die gelben Sicherungen!)
  • Als sehr gute Quelle für Informationen rund um Mercedes Benz der Reihe W123, und im speziellen Falle für Becker Autoradios, sei Astralsilber genannt.
  • Kinder der 80er und 90er +++ kennen wahrscheinlich diese Radios nicht mehr aus dem Alltag. Ja, sie haben einen mechanischen „Speicher“ für verschiedene Frequenzen! Die Funktion ist recht einfach. Leicht am Knopf ziehen. Er kommt ca. 2 bis 3mm heraus. Sender einstellen und dann den Knopf ganz durch drücken. In Zukunft wird beim Druck des Knopfes die vorher ausgewählte Frequenz automatisch eingestellt.

Unterdruckdose am Luftfilter wechseln

Problem:

Der Wartungsanzeiger des Luftfilters ist defekt. Das Gehäuse ist gerissen und der Vorbesitzer hat es notdürftig getaped. Der Wartungsanzeiger besteht aus einer Unterdruckdose, die an einem Abzweig des Luftfilters angebracht ist. Ist der Luftfilter verstopft wird die Membran nach aussen gedrückt und zeigt so an, dass der Luftfilter die Luft nicht mehr durch das richtige Rohr bekommt. Die Membran bleibt an der Position stehen bis man den Unterdruck mittels kleinem Ventil wieder entlässt.

Lösung:

Neue Unterdruckdose kaufen und anbringen. Der Wartungsanzeiger ist nicht zwingend notwendig, man könnte das Rohr auch einfach verschliessen. Aber wenn das Teil schon mal da war, dann will ich es auch wieder dort haben.

Ersatzteil:

A 000 094 22 68  (Unterdruckdose)

Werkzeug:

17er Gabelschlüssel

Ausführung:

Mit dem 17er Schlüssel die Kontermutter festhalten und die alte Dose abschrauben. Anschliessend die Kontermutter ebenfalls entfernen. Bei der neuen Dose ist eine neue Kontermutter beigelegt. Das Gewinde und das Rohr gegebenenfalls reinigen und dann die neue Kontermutter aufschrauben. Bestenfalls an der Stelle wo die alte Mutter auch war. Im Anschluss die neue Unterdruckdose aufschrauben.

Bilder:

Unterdruckdose Alt

Unterdruckdose Alt

Unterdruckdose Neu

Unterdruckdose Neu

Angekommen

Kilometerzaehler

Am Freitag den 1. August 2014 ist es soweit. Ich habe schon nach einem halben Tag im Büro ein schönes Wochenende gewünscht und eile nach Hause. Dort warten mein Sohn und sein Opa schon auf mich. Alle „brennen“ darauf endlich den Weg nach Gotha anzutreten. Ich hatte Montag zuvor den Wagen schon angemeldet und die Schilder per Paketdienst voraus geschickt.

Ausserdem habe ich am Donnertag eine grosse Blechkiste im Baumarkt besorgt und einen Verbandskasten, ein Warndreieck und vier Warnwesten darin deponiert. Irgendwo muss das Zeug ja hin und in meiner Erinnerung gab es keine Klappen und Staufächer wie das in den heutigen Autos üblich wäre. Die Kiste bekommt unten ein paar Gummifüsse und oben einen Aufkleber mit dem Hinweis, dass sich hier der Verbandskasten befindet. Weil ich es ziemlich cool finde, dass man für schlappe 2,95 EUR einen eigenen Schriftzug als Aufkleber bekommen kann, kommt gleich noch ein Hinweis, zu welchem Auto diese Kiste gehört, dazu. Lediglich die Farbe der Box ist ein wenig … grenzwertig. Aber Knallrot fällt auf, also erfüllt sie ihren Zweck. Wenn ich noch ein original Bordwerkzeug Set finde, soll es ebenfalls in die Kiste und wenn dann noch Platz ist, kommt noch ein Abschleppseil dazu.

KISTE

Nun ja, auch so war die Kiste jetzt schon nicht mehr federleicht und ein wenig sperrig, aber wir fahren ja nur mit drei Zügen und das sollte doch kein Problem sein. Auch wenn einige Wasserflaschen und etwas Wegzehrung ihren Platz darin fanden.

Die Tickets hatte ich schon lange gebucht und so fuhren wir zu dritt mit der Deutschen Bahn von Gau-Algesheim nach Gotha. Ich muss gestehen, nicht der Bahnprofi zu sein. Ich fliege lieber und Bahn fahren ist mir immer ein wenig ein Graus. So habe ich für die Fahrt von Gau-Algesheim nach Mainz (1. Zwischenstation) nicht nachgesehen von welchem Gleis der Zug abgeht. Bei drei Gleisen ist das alles auch recht übersichtlich. Nun, auf Gleis 3. steht was von Richtung Mainz, also bewegen wir uns dort hin, ein wenig beeilt, denn wir sind knapp dran.

Während wir so da stehen, kommt auf Gleis 1 der Zug nach Mainz, den wir hätten nehmen sollen. Ein IC, der den nächsten Halt in Mainz hat. Eine Minute später kommt die Regionalbahn nach Mainz auf Gleis 3. Der hält an jedem Briefkasten und braucht knapp 10 Minuten länger als der von Gleis 1. Der Anschlusszug nach Frankfurt fährt aber nach Plan 7 Minuten nach des Eintreffen des ICs von Gleis 1. Kurzum … die Reise beginnt mit ein wenig Stress. Sohnemann den Tränen nah, Opa entspannt und Papa sauer auf sich selbst, weil er nicht vorher nachgesehen hat. An jedem Bahnhof an dem wir halten, mag man laut die Leute zur Eile ermahnen.

Die Regionalbahn ist zwei Minuten zu früh und der Zug nach Frankfurt zwei Minuten zu spät. Wir eilen auf dem Mainzer Hauptbahnhof von Gleis 4 auf Gleis 5 und können direkt einsteigen. Am Fernbahnhof des Frankfurter Flughafens steht auch schon der ICE nach Leipzig, der uns bis nach Gotha bringt. Ich komme mit den Wagennummern und dem Wagenstandsanzeiger nicht zurecht. Oder aber der stand an dem Tag anders als auf dem Plan. Jedenfalls sind das zwei ICEs aneinander gekoppelt und wir steigen ganz hinten ein, weil es nach Plan so sein soll.

Im Zug ist dann aber schnell klar, dass unsere Plätze am anderen Ende des Zuges sind. Weil mein Sohn aber panische Angst hat, dass der Zug ohne uns abfahren könnte, gehen wir den kompletten Zug, mit der Kiste im Arm, von hinten bis zur Ankopplung des weiteren Zuges, unter Protest kurz raus und wieder rein und dann weiter bis zum Anfang des Zuges, wo unser Abteil ist. Nass und leicht gereizt setzen wir uns und schon nach wenigen Minuten geht es los.

Mal abgesehen davon, dass man im Zug wirklich nur selten Empfang mit dem Mobiltelefon hat und Surfen oder Mail lesen nur sporadisch gehen (der Hotspot ist auch nicht zuverlässig), verlief die weitere Zugfahrt vollkommen entspannt und nach knappen 2 Stunden steigen wir in Gotha aus.

Zur GFG sind es nur wenige hundert Meter die Strasse runter und dann links. Noch immer mit der Kiste im Arm (die auch durch den Verbrauch von Wasserflaschen und Wegzehrung nicht merklich leichter wurde) erreichen wir unser Ziel gegen 16 Uhr.

Der G lacht uns schon von weitem an. Strahlt in lapisblau Metallic und sieht auf den ersten und zweiten Blick gut aus. Wir treffen den GF der GFG und bekommen die Schlüssel.

Ferospektion

Der Blick auf den Kilometerstandanzeiger sagt 45851 Km. Legen wir noch 100000 drauf und dann wird das stimmen. Wir klettern rein, drunter, drauf und inspizieren den G von allen Seiten. Die BBS Felgen sind drauf, das Verdeck sieht noch ganz gut aus, die Sitze sind toll geworden. Es gibt hinten zwei Beckengurte. Die Kupplung ist dran. Der Motor springt auf Anhieb an. Alles sieht gut aus, bis auf den Lack.

Bei näherer Betrachtung fallen mir als erstes einige grosse Nasen auf der Motorhaube und an der hinteren rechten Flanke auf. Unschön. Dann sehe ich an den Türbändern, daß dort nicht sauber gearbeitet wurde und wenn die Fahrertür ganz geöffnet wird, schabt sich ein Stückchen Lack an der Tür ab. Sehr unschön. Kollege Wiesel, nicht minder sauer, möchte den Wagen am liebsten direkt zum Lackierer zurück bringen, aber ich will ihn jetzt mitnehmen. Ergo vereinbaren wir, dass ich ein anderes Türband geschickt bekomme und ich nehme den Farbrest mit. Gegenüber meiner Arbeitsstelle ist ein Lackierer und Karosseriebauer, der wird mir das richten. So der Plan.

Wir suchen und finden nicht den Hebel zum Öffnen des Verdecks, der mal im Handschuhfach des 280GE lag. Daniel wird ihn mit dem Türband nachsenden. Die Karosse des 280GE steht schon auf dem Platz zur Abfahrt zum Altmetall und der Rahmen nebst Motor und Kleinteile erfreuen sich eines trockenem Plätzchens in der Halle.

Nicht zuletzt wegen der erheblichen Mehrarbeiten („3 Wochen geschweisst“) entschliesse ich mich die Reste des 280GE zu einem kleinen Preis an die GFG zu verkaufen. Ich habe keine weitere Verwendung dafür und auch keine Lust mich selbst um den Verkauf der Teile zu kümmern. Ich denke mein Angebot war gut, denn wir werden uns ohne Handeln sofort einig.

Kurz und knackig entern wir den G und los geht’s, zur Tankstelle. 96l sollen in den neuen Tank aus Kunststoff passen. Die Tanknadel ist von Reserve noch entfernt und ein Licht ist auch nicht an. Ich tanke voll und denke mir auch nichts dabei, dass knapp 91l Super in den G laufen. Erst als ich noch Ventilreiniger hole und vom bezahlen zurück komme, sehe ich das Problem deutlich. Der G steht in einer grossen Pfütze Super 95.

Mein erster Gedanke, der Tank leckt. Der Tankstellenbetreiber bleibt entspannt, die Umwelt habe ich leider ein wenig angestrengt, aber passiert ist dann zum Glück weiter nichts. Es lief auch nichts weiter nach. Aber dennoch, ich rufe natürlich gleich an, denn wenn der Tank leckt, kann ich damit nicht fahren. Die Kenner werden die Pointe schon erahnen … natürlich ist der Tank nicht undicht, sondern ich habe immer fleissig weiter getankt und dabei wiederholt die Abschaltung der Zapfpistole überschrieben. Damit läuft dann freundlich das Benzin über den Überlauf raus. Anfängerfehler. Nach kurzem Check bei der GFG, ob es das auch wirklich war, treten wir ein weiteres Mal den Weg zurück nach Appenheim an. Noch schnell ein Gruppenfoto und schon geht es los.

Abholung GFG

Ich bin überrascht wie gut der Wagen unten herum von der Stelle kommt. Auch wenn die ersten drei Gänge schon bei 50 km/h nicht mehr gebraucht werden, kommt einem der 4 Gang wie eine kleine Automatik vor. Die Bremsen meines W212 gewohnt, muss ich mich hier umstellen. Man muss schon ordentlich Kraft aufwenden und es dauert auch einiges länger bis die knapp 2t verzögern. Er fährt sich aber dennoch sehr ordentlich.

Kaum auf der Autobahn angekommen probieren wir bei dann bei warmen Motor mal aus welche Geschwindigkeit denn für die Reise opportun ist. Wo sich also die Kurven des Lärmpegels und der Geschwindigkeit so überschneiden, dass es für alle Insassen erträglich ist. Wir kommen auf knapp 95 km/h. Wobei ab 80 km/h die Verdeckleiste auf dem Scheibenrahmen fürchterlich anfängt zu quietschen. Mit ein wenig Druck auf die Leiste von innen, und im Anschluss mit einem kleinen gefaltetem Papierchen zwischen der Leiste und Scheibenrahmen, hört man nur noch das Verdeck schlagen und den Motor brummen. So soll es sein, der Sonne entgegen. Wir brauchen knapp 4h bis wir glücklich und müde in Appenheim ankommen.

120 km/h ganz alleine

Es gibt Dinge, die man einfach nicht machen sollte. Eine davon ist, seiner Frau sein neues Spielzeug zu geben. Nun, ihr Auto war in der Werkstatt zur Inspektion und weil ein Ersatzteil gefehlt hat, bekam sie den Wagen einen Tag später als geplant zurück. Also nahm Sie den G um zur Arbeit zu fahren. Warum auch nicht … oder ?!

Kaum ist Sie dort angekommen wo sie üblicherweise zum Familieneinkommen beiträgt, bekomme ich eine iMessage:

120km/h

Was sagt man dazu. Kein Respekt vor dem Alter. Ich mache mir ernsthafte Sorgen wenn ich mal alt und gebrechlich bin. 🙂 Nun ja, die Rache folgt auf dem Fusse …

ADAC

Ein so altes Auto hat weder einen Summer, noch eine automatische Abschaltung des Lichtes, vom Ende der Batterie mal abgesehen. Weil der Hinweg so schnell ging, musste nun jemand eine kleine Weile auf den ADAC warten. Der freundliche ADAC Meister, kurz vor Feierabend, hat ihn schnell wieder zum Leben erweckt. Ich werde einen Summer einbauen, denke ich. Es könnte mir nämlich auch passieren.

Meine Frau fährt natürlich weiterhin gerne den G, wenn Sie den Schlüssel findet.